Kategorie: Technikethik

Über die DLD-Konferenz in München

Vom 15. – 17. Januar 2017 findet die DLD-Konferenz in München statt. Nicht nur Wissenschaftler berichten über ihre Arbeit, sondern auch Künstler. So ist das Label GoodRoom von Johannes Fricke Waldthausen präsent. „It raises questions, how we deal with our relations and the relationship to ourselves (your feelings are your best friend) , if we are increasingly surrounded and conditioned by animations, social networks, ambient technology and artificial intelligence apps, suggesting us ever more, what and how to feel and what to like. Hence, It highlights the body and our own creative minds.“ (Website DLD) Die Frankfurter Allgemeine berichtet in einer Beilage über die Burda-Konferenz, mit der man eine Medienpartnerschaft hat. In dem Artikel „Dürfen Maschinen über Leben und Tod entscheiden?“ von Jonas Jansen kommt auch der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel zu Wort, und es wird auf seine LADYBIRD-Konzeption eingegangen, die im März 2017 an der Stanford University präsentiert wird, im Rahmen der AAAI Spring Symposia. Der Artikel ist am 14. Januar 2017 erschienen und kann über www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzkonferenz-dld/duerfen-maschinen-ueber-leben-und-tod-entscheiden-14631002.html aufgerufen werden.

Abb.: Was mit Medien

Über Sicherheits- und Überwachungsroboter

Sicherheits- und Überwachungsroboter verbreiten sich auf den Firmengeländen und in den Shopping Malls, als rollende und fliegende Maschinen. Sie sollen für die Sicherheit der Unternehmen und Kunden sorgen. Dabei entsteht allerdings auch Unsicherheit. Der Beitrag von Oliver Bendel, der in der Zeitschrift SicherheitsForum 6/2016 erschienen ist, widmet sich der komplexen Thematik aus der Perspektive der Robotik und der Ethik. Dabei bezieht er weitere Serviceroboter wie Paketroboter ein. SicherheitsForum ist nach eigenen Angaben „seit über 20 Jahren die führende Schweizer Fachzeitschrift für Sicherheit, welche speziell auf die Bedürfnisse der Sicherheitsverantwortlichen aus der Privatwirtschaft wie auch aus dem öffentlichen Sektor zugeschnitten ist“ (Website SicherheitsForum). „Die Leser aus der Schweiz und dem grenznahen Ausland erhalten wichtige Informationen zu organisatorischen und technischen Sicherheitsthemen: Sicherheitsmanagement, Riskmanagement, Videoüberwachung, Brandschutz, Einbruchschutz, Diebstahlschutz, Zutrittskontrolle, Biometrie, Business Continuity, Notfall­ und Krisenmanagement, Informationssicherheit und viele weitere.“ (Website SicherheitsForum) Das PDF kann mit freundlicher Genehmigung des Verlags hier heruntergeladen werden.

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Abb.: Ein Sicherheitsroboter in Aktion

Am Anfang war der Sex

„Was hat Sex mit Technologie zu tun?“ Das fragt Regula Freuler in einem zweiseitigen Artikel, der am 23. Oktober 2016 in der NZZ am Sonntag erschienen ist. „Am Anfang war der Sex, erst später kam die Liebe. So war das in der Geschichte der Menschheit. Die Geschichte der Technologie verläuft offenbar gleich: Seit Jahrzehnten wird an Maschinen und Computersystemen getüftelt, die unser Sexleben bereichern sollen, von Vibratoren bis zu Avataren. Dank künstlicher Intelligenz rückt die Sex-Tech-Industrie bald in eine neue Dimension vor: Sex-Roboter, die sich anfühlen wie ein Mensch und Dialoge führen können wie ein Mensch. Und was ist dann mit der Liebe? Werden wir Roboter lieben? Werden Roboter uns lieben?“ (NZZ am Sonntag, 23. Oktober 2016) Zu Wort kommen Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Kate Darling (Research Specialist am MIT Media Lab), Kathleen Richardson (Senior Research Fellow in Roboterethik an der De Montfort University), David Levy (Schachmeister und Computerexperte), Sherry Turkle (Professorin für Science, Technology and Society am MIT) und Eva Illouz (Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem). Der Beitrag wurde von der NZZ am Sonntag freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

Vorsicht Wildwechsel

„Navi und App könnten bald vor Wildwechsel warnen“ – so der Titel eines Artikels in der FAZ vom 11. Oktober 2016. Im Teaser heißt es: „Die Zahl der Wildunfälle erreichte 2015 hessenweit einen Rekord. Es ist schwer vorauszusagen, wo Hirsch oder Wildschwein die Straßen kreuzen. Ein Doktorand arbeitet daran, wie Autofahrer besser gewarnt werden können.“ (FAZ, 11. Oktober 2016) Matthias Böhm von der Straßenbaubehörde Hessen Mobil will bis zum Jahr 2020 eine spezielle Datenschnittstelle entwickeln. „Sie soll es Radiosendern oder Anbietern von Apps und Navigationsgeräten ermöglichen, ihre Nutzer lokal vor Hirsch, Reh oder Wildschwein zu warnen.“ (FAZ, 11. Oktober 2016) Tierfreundliche Ansätze gibt es seit Jahren auch in der Maschinenethik. Dabei wird versucht, dem Auto selbst Entscheidungen zu ermöglichen, die sich als gut für Tier und Mensch erweisen. Hilfreich sind Systeme mit Radar, Lidar und Infrarot und Kameras sowie annotierte Entscheidungsbäume, in denen die Lebewesen qualifiziert und quantifiziert werden. Dies ist notwendig, denn um mobil zu bleiben, darf der Wagen nicht vor jedem Insekt oder vor jeder Schnecke abbremsen. Generell müssen auch der Verkehr hinter ihm und der Gegenverkehr berücksichtigt werden. Weitere Informationen über www.faz.net.

jaguar

Abb.: Der Jaguar ist in unseren Breiten eher selten anzutreffen

 

Krieg und Spiele

Der RFF REAL FICTION FILMVERLEIH informiert in einer Pressemitteilung über den Kinostart der Dokumentation „Krieg und Spiele“ von Karin Jurschick am 18. August 2016. „Die unbemannten Kriegsroboter der Zukunft sind nach dem Vorbild von Tieren gebaut. Perfekte Maschinen, die im Wasser, an Land und in der Luft die Bewegung jeder Maus und jedes Menschen erfassen. Und sie können töten. Autonom. Diese technische Entwicklung verändert jetzt schon die Kriege und unsere Vorstellungen von Ethik und Moral. Ja: unsere Stellung als Menschen in der Welt. Werden am Ende die Maschinen sogar die besseren Entscheidungsträger?“ (Information RFF) Weiter heißt es: „Bringt uns die neue, aus der Ferne steuerbare Kriegstechnologie Aufklärung und Sicherheit, wie es die herstellende Industrie und die Regierungen versprechen, oder macht sie die Version eines totalen Überwachungsstaates möglich? Und was ist mit denen da unten, den Menschen im Fadenkreuz?“ (Information RFF) Nicht zuletzt werden zentrale moralische und rechtliche Fragen angesprochen: „Was passiert mit dem Begriff der Schuld, wenn Maschinen autonom töten? Wer ist verantwortlich, wenn sie einen Fehler machen?“ (Information RFF) Zu Wort kommen u.a. Peter W. Singer, Politikwissenschaftler, Ronald Arkin, Robotiker und Maschinenethiker, Daniel Statman, Moralphilosoph, und Yvonne Hofstetter, KI-Expertin. Weitere Informationen zum Film über realfictionfilme.de.

Kampfflufzeug

Abb.: Ein bemanntes Kampfflugzeug

Eine verhängnisvolle Verwechslung

Am 1. Juli 2016 war Matthias Meili vom Tages-Anzeiger im Gespräch mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel. Thema war der Unfall des Tesla Model S. Ein Sattelschlepper war über eine Einfahrt auf dem Highway, über die die Richtung gewechselt werden kann, senkrecht zum PKW geraten, der die weiße Fläche für den Himmel bzw. ein Schild gehalten hat und unvermindert weitergefahren ist. „Dieser Unfall hätte von einem menschlichen Fahrer absolut vermieden werden können, sofern es nicht zu schnell gegangen ist, was ich aber nicht beurteilen kann. Grundsätzlich hat der Mensch kein Problem damit, eine sehr helle Fläche vom Himmel zu unterscheiden.“ (Tages-Anzeiger, 1. Juli 2016) Vermutlich hätte der Fahrer den Sattelzug auch frühzeitig gesehen und hätte ausweichen oder herunterbremsen können. Oliver Bendel ist nicht grundsätzlich gegen automatisierte und autonome Autos, ganz im Gegenteil: „Ich habe den Tesla vor einigen Monaten mit Autopilot auf einer Autobahn in der Nähe von Bern gefahren und das sehr genossen. Der Wagen hat erst mal den Verkehr beobachtet und als eine Lücke kam, hat er selbständig die Spur gewechselt. Das macht er sehr weich und sehr flüssig, es war faszinierend.“ (Tages-Anzeiger, 1. Juli 2016) Der Wissenschaftler rät dazu, in den nächsten Jahren weitere Tests und Experimente zu machen und hoch- und vollautomatisierte bzw. autonome Autos vorrangig auf Autobahnen ohne Wendemöglichkeiten fahren zu lassen. Der Artikel vom 1. Juli kann über www.tagesanzeiger.ch/wissen/technik/ein-mensch-haette-diesen-unfall-nicht-gebaut/story/26161200 aufgerufen werden.

Tier-Maschine-Interaktion im Hörsaal

„Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion“ hat Oliver Bendel beim Workshop „Berechnete Tiere“ an der Universität Bochum angestellt. Man kann ihnen am 18. Juni 2016 ab 18.05 Uhr in DRadio Wissen folgen, in der Hörsaal-Reihe. In der Tier-Maschine-Interaktion geht es um Design, Evaluierung und Implementierung von (höherentwickelten bzw. komplexeren) Maschinen und Computersystemen, mit denen Tiere und die mit Tieren interagieren und kommunizieren. Die Tier-Maschine-Interaktion geht in der Tier-Computer-Interaktion (wenn man diesen Begriff eng fasst) nicht auf, da manche Maschinen (etwa Roboter) mehr als Computer sind. Sie sind häufig mobil und intelligent und bewegen sich durch eine natürliche und künstliche Umwelt und sammeln dabei Eindrücke, die ihre Entwickler nicht vollständig vorauszusehen vermögen, und sie können die physische Welt nicht nur mit virtuellen Mitteln auswerten, sondern auch im materiellen Sinne beeinflussen. In einigen Fällen sind die betroffenen Maschinen auch gar nicht verbunden mit Computertechnologien. In seinem Vortrag vom 22. April erläutert der Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker – sein Studium der Philosophie in den 80er-Jahren umfasste auch die Tierethik – den Begriff der Tier-Maschine-Interaktion und stellt Beispiele aus dem Anwendungsgebiet sowie für einfache moralische Maschinen vor, die sich durch Tierfreundlichkeit auszeichnen. Der Podcast ist nach dem 18. Juni über www.dradiowissen.de/hoersaal abrufbar.

Pandabaer

Abb.: Mit wem oder was interagiert der Pandabär?

Robotik im Bundestag

Der Ausschuss Digitale Agenda des Deutschen Bundestages führt am 22. Juni 2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr ein öffentliches Fachgespräch zum Themenkomplex „Auswirkungen der Robotik auf Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft“ durch. Prof. Dr. Oliver Bendel wurde als Sachverständiger benannt. Der Fokus soll laut den Verantwortlichen nicht allein auf Robotik und Arbeitswelt liegen, sondern es sollen überhaupt die Digitalisierung der Gesellschaft und die damit einhergehenden Probleme und Herausforderungen behandelt werden. Dazu zählen etwa die Ag­gre­ga­ti­on und Verknüpfung von Daten und neue Entwicklungen wie das autonome Fahren. Mit dem Ausschuss „Digitale Agenda“ hat der Deutsche Bundestag laut Website „zum ersten Mal ein ständiges parlamentarisches Gremium, das sich den aktuellen netzpolitischen Themen widmet“ (Website Ausschuss Digitale Agenda). Es „sollen die verschiedenen Aspekte der Digitalisierung und Vernetzung fachübergreifend diskutiert und entscheidende Weichen für den digitalen Wandel gestellt werden“ (Website Ausschuss Digitale Agenda). Netzpolitik sei für den Ausschuss kein „Nischenthema“. Das Gremium sehe sich vielmehr als wichtiger Impulsgeber für die parlamentarische Arbeit. Weitere Informationen über www.bundestag.de/ada.

Goldelse

Abb.: Die Goldelse in Berlin

Woche des Gehirns

In der „Woche des Gehirns 2016“ an der Universität Bern finden laut Website vier Abendforen statt. Gestartet wird am Montag, den 14. März 2016 mit dem Thema „Häufig im Erwachsenenalter – selten im Kindesalter“, wobei vor allem Multiple Sklerose, Schlaganfälle und Schlafstörungen unter die Lupe genommen werden. Am Dienstag (15. März) widmet man sich dem Thema „Sekundenschlaf am Steuer“. Es referieren Dr. Matthias Pfäffli (Rechtsmedizinisches Institut, Universität Bern), Prof. Dr. Johannes Mathis (Schlaf-Wach-Zentrum des Inselspitals, Universität Bern) und – zu den Chancen und Risiken von Fahrerassistenzsystemen – Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW). Die Veranstaltungen am Mittwoch (16. März) werden zusammen mit der Schweizerischen Epilepsie-Liga durchgeführt, zum Thema „Epilepsie und psychische Störung“. Der Donnerstag (17. März) steht im Zeichen der Depression und wird vom Berner Bündnis gegen Depressionen mitgestaltet. Weitere Informationen können dem Flyer entnommen werden.

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Abb.: Das Gehirn hängt mit allem zusammen

Berechnete Tiere

Der Workshop „Berechnete Tiere: Technik und Verdatung in den Human-Animal Studies“ (Teil des DFG-Projekts „Das verdatete Tier“) findet vom 22. bis 23. April 2016 im Blue Square Bochum statt. Veranstaltet wird er von Ina Bolinski und Prof. Dr. Stefan Rieger von der Ruhr-Universität Bochum. Im Flyer werden Hintergrund und Intention beschrieben: „Der Workshop möchte mit den berechneten Tieren einerseits solchen Wesen nachspüren, die ihre Existenz technischen Verfahren verdanken und ihren Ursprung im Computer haben. Andererseits sollen auch Tiere, die aufgrund von verschiedenen Techniken zu ‚verdateten Tieren‘ oder durch technische Apparaturen selbst zum Datengenerator werden, im Fokus stehen. Mit der Fügung der berechneten Tiere werden somit zwei aktuell entfernte Topoi bemüht: Das Tier, das als Verkörperung natürlicher Intuition und vom Instinkt geleitet gilt, gerät im Modus des Berechnens an Konzepte von Rationalität und an die Möglichkeit der Verkörperung in und durch technische Prozesse. Zu fragen ist daher, in welchem Verhältnis Tier und Technik zueinander stehen.“ Oliver Bendel (Brugg-Windisch) stellt „Überlegungen zur Disziplin der Tier-Maschine-Interaktion“ an, Thomas Schmickl (Graz) geht auf „Biohybrid systems – Tiere, Pflanzen, Roboter, Agenten und Algorithmen“ ein, Sibylle Hahshold (Graz) erzählt „Von Bienen, Robotern und Algorithmen“. Weitere interessante Vorträge erwarten das Publikum, das sich einbringen darf und soll. Es wird um Anmeldung per E-Mail an ina.bolinski(a)rub.de bis zum 15. April 2016 gebeten. Der Flyer kann hier heruntergeladen werden.

Kondensator

Abb.: Kondensatoren oder Lebewesen?