Kategorie: Roboterethik

Über Mitsuku und Co.

„Chatbots unterhalten sich mit Menschen und unterhalten sie, sie beraten Kunden und Interessenten auf Websites und in Instant-Messaging-Systemen, sie rufen hilfreiche Ressourcen auf und geben dazu Erläuterungen. Ihr Erfolg erklärt sich vor allem durch ihre natürlichsprachlichen Fähigkeiten und ihre Konstruktion als hilfreiches, sachkundiges oder lustiges Gegenüber. Der Beitrag erklärt, was Chatbots und Sprachassistenten sind, nennt Vor- und Nachteile ihres Einsatzes und stellt Produkte für die Kundenkommunikation und den Unterhaltungsbereich vor. Zudem geht er auf Projekte der Maschinenethik ein. Die meisten Chatbots verhalten sich nicht adäquat, wenn der Benutzer ihnen gegenüber Sorgen äußert. Moralische Maschinen als Dialogsysteme können eine Lösung sein.“ So der Abstract des Beitrags „Von Cor@ bis Mitsuku: Chatbots in der Kundenkommunikation und im Unterhaltungsbereich“ von Oliver Bendel, erschienen im Mai 2019 im „Handbuch Digitale Wirtschaft“ (Herausgeber: Tobias Kollmann). Er ist verfügbar auf SpringerLink.

Abb.: Viele Chatbots haben ein weibliches Vorbild

Autonomes Fahren aus Sicht der Maschinenethik

Claudia Brändle ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) in Karlsruhe. Prof. Dr. Armin Grunwald hat in Physik promoviert und in Philosophie habilitiert. Er ist Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) und Professor für Technikphilosophie am Institut für Philosophie des KIT. Zu seinen Schwerpunkten gehören die Theorie der Technikfolgenabschätzung, die Ethik der Technik und Konzeptionen der Nachhaltigkeit. Von den beiden Wissenschaftlern stammt der 21. Beitrag für das „Handbuch Maschinenethik“ (Herausgeber Prof. Dr. Oliver Bendel), mit dem Titel „Autonomes Fahren aus Sicht der Maschinenethik“. Veröffentlicht wurde er im Frühjahr 2019 über link.springer.com/referenceworkentry/10.1007/978-3-658-17484-2_18-1. In gedruckter Form kommt das Buch mit allen 23 Beiträgen im Herbst 2019 heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658174828.

BAKOM-Interview zu Ethik und KI

„Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist ein wesentliches Merkmal der digitalen Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft und hat Folgen für unser Privat- und Arbeitsleben. Die Schweiz spielt auf diesem Gebiet heute in Forschung und Entwicklung weltweit eine bedeutende Rolle.“ (Website BAKOM, 9. Mai 2019) Der Bundesrat hat laut BAKOM eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum Herbst 2019 eine Übersicht über bestehende Maßnahmen, eine Einschätzung zu neuen Handlungsfeldern sowie Überlegungen zu einem transparenten und verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz erarbeitet. Dazu gehört auch, Experten zu konsultieren und ihre Positionen öffentlich zu machen. „Wir fragen bei Prof. Dr. Oliver Bendel nach, was Ethik und künstliche Intelligenz miteinander zu tun haben.“ Das Interview mit ihm ist am 9. Mai 2019 auf der Plattform Dialog Digitale Schweiz erschienen. Es kann über www.digitaldialog.swiss/de/dialog/kuenstliche-intelligenz-als-disziplin-zwischen-ingenieurskunst-und-kunst abgerufen werden.

Abb.: Das BAKOM ist u.a. zuständig für Kommunikation

Einleitung zum Handbuch erschienen

„Maschinenethik ist eine junge Disziplin. Sie beschäftigt sich mit maschineller Moral. Dabei bleibt sie nicht beim Theoretischen stehen, sondern geht ins Praktische. Zusammen mit Künstlicher Intelligenz und Robotik bringt sie moralische und unmoralische Maschinen hervor.“ Mit diesen Worten beginnt die von Prof. Dr. Oliver Bendel verfasste Einleitung zum „Handbuch Maschinenethik“, die im Mai 2019 erschienen ist. Sie führt in grundsätzliche Aspekte der Maschinenethik aus persönlicher und fachlicher Sicht ein. Die Kapitel des Handbuchs werden genannt und in ihren Inhalten umrissen. Das „Handbuch Maschinenethik“ (Springer VS) liefert Grundlagen zur Maschinenethik, erkundet Anwendungsgebiete der Disziplin und stellt Prototypen moralischer Maschinen vor. Neben der Maschinenethik kommen Roboterethik und Rechtswissenschaft zu Wort. Die Beiträge werden seit 2017 laufend über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren gehören zu den bekanntesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa auf den Gebieten der Maschinenethik, der Roboterethik und des Roboterrechts. In gedruckter Form kommt das Buch im Sommer oder Herbst 2019 heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658174828.

Welt-Interview zur Maschinenethik

Am 21. Februar 2019 traf sich Dr. Norbert Lossau mit Prof. Dr. Oliver Bendel, dem Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, im ehrwürdigen Journalistenclub der Welt in der Axel-Springer-Straße in Berlin. Es entspann sich ein langes Gespräch über die Maschinenethik und ihre Anwendungsfelder. Die Maschinenethik erforscht die maschinelle Moral und bringt moralische Maschinen hervor. Die eine wie die andere Bezeichnung, „maschinelle Moral“ wie „moralische Maschine“, ist ein Terminus technicus. Die heutige maschinelle Moral hat mit der menschlichen einfach bestimmte Aspekte gemein. So kann eine moralische Maschine beispielsweise moralische Regeln befolgen. Intuition oder Empathie hat sie nicht, genauso wenig Bewusstsein oder gar Selbstbewusstsein. Die Maschinenethik richtet sich auf Serviceroboter, Kampfroboter und Chatbots, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch Sexroboter und Liebespuppen erregen ihr Interesse, und natürlich kam man auch auf dieses Thema zu sprechen. Das Interview ist am 26./27. April 2019 in der Welt erschienen, in gedruckter und elektronischer Form, in deutscher und englischer Sprache. Die deutsche Onlineversion kann über www.welt.de/wissenschaft/plus192492361/Maschinenethik-An-diese-Spielregeln-sollten-sich-Sexpuppen-halten.html abgerufen werden.

Abb.: Eine Schaufensterpuppe

Über das Hacken von Fahrzeugen

„Ein Hacker hat auf knapp 30.000 Kundenkonten von zwei GPS-Tracker-Apps zugreifen können. Neben umfangreichen Einblicken hätte er bei manchen Fahrzeugen auch den Motor während der Fahrt ausschalten können – per App oder Webclient.“ (Golem, 26. April 2019) Dies schreibt Moritz Tremmel in einem Artikel, der am 26. April 2019 in Golem erschienen ist. „Ich hätte für massive Verkehrsprobleme auf der ganzen Welt sorgen können“, sagte der Hacker gegenüber dem Onlinemagazin. „Ich habe die volle Kontrolle über Hunderttausende Fahrzeuge und kann deren Motoren per Touch stoppen.“ (Golem, 26. April 2019) Das Hacken von Automobilen wird als eines der vielen Probleme gesehen, mit dem das teil-, hoch- und vollautomatisierte Fahren konfrontiert ist und sein wird. Ein anderes ist, dass Kameras, Radar- und Ultraschallsysteme von außen manipuliert werden können, zum Teil mit einfachsten Mitteln. Bereits mit ein paar Kaugummis und einer Sprühdose kann man das Auto fahruntüchtig machen. Darauf geht ein Artikel von Oliver Bendel ein, der am 6. März 2018 in der ICTkommunikation erschienen ist.

Abb.: Das Hacken von Fahrzeugen kann gefährlich sein

Serviceroboter aus ethischer Sicht

Im Rahmen der Vadian Lectures in St. Gallen betrachtet Oliver Bendel am 9. Mai 2019 ab 18 Uhr „Serviceroboter aus Sicht von Informations- und Maschinenethik“. Aus der Beschreibung auf der Website: „Serviceroboter verbreiten sich immer mehr. Man findet sie in Einkaufszentren, an Hotelrezeptionen, in Pflege und Therapie. Oliver Bendel stellt in seinem Vortrag einige von ihnen vor und wirft Fragen aus den Perspektiven von Informations- und Maschinenethik auf. Es geht nicht nur darum, wie wir die Serviceroboter einordnen, sondern auch darum, wie wir sie entwickeln, wie wir ihr Verhalten so bestimmen, dass wir es als angenehm und angemessen empfinden.“ Die Veranstaltungsreihe wird durch das Zentrum für Ethik und Nachhaltigkeit der FHS St. Gallen initiiert und von der St. Galler Kantonalbank unterstützt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Platzzahl begrenzt. Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular oder per E-Mail an zen@fhsg.ch.

Maschinenethik und Robotik

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin wuchs nach eigenen Angaben in einer Künstlerfamilie auf. Er studierte Philosophie, Physik, Mathematik und Politikwissenschaft. Er ist seit 2004 Professor für Philosophie und politische Theorie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuvor lehrte er an den Universitäten Göttingen (1993 – 2003) und Tübingen (1991 – 1993). Seit 2002 ist er Honorarprofessor an der Humboldt-Universität zu Berlin. PD Dr. Fiorella Battaglia promovierte 2004 am Institut für Philosophie der Universität Neapel. Seit 2013 arbeitet sie am Lehrstuhl IV der Ludwig-Maximilians-Universität München. 2016 habilitierte sie zum Thema „Der normative Begriff der Natur des Menschen“. Von den beiden Wissenschaftlern stammt der 19. Beitrag für das „Handbuch Maschinenethik“ (Herausgeber Prof. Dr. Oliver Bendel), mit dem Titel „Maschinenethik und Robotik“. Veröffentlicht wurde er über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2. In gedruckter Form kommt das Buch mit allen 23 Beiträgen im Sommer oder Herbst 2019 heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658174828.

Abb.: Eine Roboterhand bzw. Handprothese

Das Buch zur Maschinenethik

Die Maschinenethik arbeitet mit Künstlicher Intelligenz und Robotik zusammen. Sie bringt maschinelle Moral hervor und untersucht sie. Ausgangspunkt sind teilautonome und autonome Systeme, etwa selbstständig fahrende Autos, Serviceroboter, Kampfroboter und Chatbots. Das „Handbuch Maschinenethik“, herausgegeben von Prof. Dr. Oliver Bendel, liefert Grundlagen zur Maschinenethik, erkundet Anwendungsgebiete der Disziplin und stellt Prototypen moralischer Maschinen vor. Neben der Maschinenethik kommen Roboterethik und Rechtswissenschaft zu Wort. Die Beiträge des Handbuchs werden seit 2017 laufend über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren gehören zu den bekanntesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa auf den Gebieten der Maschinenethik, der Roboterethik und des Roboterrechts. In gedruckter Form kommt das Buch mit allen 22 Beiträgen im Sommer oder Herbst 2019 heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658174828.

Die Frage der Verantwortung

Das Wissenschaftsjahr 2019 widmet sich der Künstlichen Intelligenz. In diesem Kontext führte Vision Kino ein Interview mit dem Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel. Zuerst wurde er danach gefragt, welche Themen im Zusammenspiel von Künstlicher Intelligenz und Ethik er aktuell für besonders wichtig hält. Er antwortete: „In der Informationsethik ist das Thema Überwachung im Augenblick sehr zentral, hier insbesondere Gesichts- und Emotionserkennung. Sehr problematisch wird es, wenn das mit der so genannten Physiognomik kombiniert wird, einer Pseudowissenschaft. Beispielsweise will man aus Gesichtsmerkmalen und -ausdrücken kriminelle Absichten ableiten.“ Später ging es dann um Fragen der Verantwortung. Nach Oliver Bendel kann ein Computer oder Roboter keine Verantwortung tragen, höchstens in einem sehr rudimentären Sinne, indem er eine Aufgabe übernimmt. Es ergibt nach ihm auch keinen Sinn, ihn in moralischer Hinsicht zur Verantwortung zu ziehen. Das Interview kann über wissenschaftsjahr-2019.visionkino.de/thematisches-unterrichtsmodul-zum-thema-kuenstliche-intelligenz/arbeitsmaterialien-zum-film/b-13-maschinen-koennen-keine-verantwortung-tragen-interview-mit-oliver-bendel/ nachgelesen werden.

Abb.: Können Roboter Verantwortung tragen?