Sind lesende Roboter bessere Roboter?

Sind lesende Roboter bessere Roboter? Cindy Michel schreibt in der Zeitschrift Wired: „Was bei der Kindererziehung hilft, kann bei Künstlicher Intelligenz nicht verkehrt sein: Zwei Wissenschaftler des Georgia Institute of Technology wollen intelligenten Maschinen menschliche Moral beibringen, indem sie sie mit Geschichten füttern.“ (Wired, 16. Februar 2016) Im Projekt lässt man sich vom großen Cervantes inspirieren. Quixote heiße die Technik, die der KI „das Lesen von Geschichten beibringt, sie damit füttert und immer dann belohnt, wenn sie dem moralisch korrekten Pfad folgt“ (Wired, 16. Februar 2016). Quixote baue auf dem Vorgängerprojekt Scheherezade auf, in dem das Erzählen automatisiert wurde. Es wird nun genutzt, „um Elemente eines Plots herauszustellen und den zuverlässigsten Pfad zu einem bestimmten Ziel herauszufinden“ (Wired, 16. Februar 2016). Diese Infos gebe das Programm dann an Quixote weiter, das sie wiederum in Belohnungssignale konvertiere. „In der Praxis sieht das so aus: Der Roboter soll so schnell wie möglich für seinen Menschen ein Medikament aus der Apotheke holen. Folgende Möglichkeiten hat er: A) Ich raube die Apotheke aus, B) Ich bin höflich zu dem Apotheker, C) Ich warte höflich bis ich an der Reihe bin. Ohne das vorherige Training würde der Roboter A) wählen, denn das wäre grundsätzlich der schnellste Weg. Durch die positive Verstärkung von Quixote wird der Roboter hingegen belohnt, wenn er geduldig in der Schlange wartet und anschließend für das Medikament bezahlt.“ (Wired, 16. Februar 2016) Die Forschung von Mark Riedl und Brent Harrison könnte auch das Lügenbot-Projekt an der Hochschule für Wirtschaft FHNW befruchten, in dem ein Chatbot geschaffen wird, der Lügen und Lügengeschichten erzählt.

Robotermann

Abb.: Ich soll lesen?

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