Die Stunde der Wahrheit

Vor mehreren Jahren wurde der GOODBOT im Kontext der Maschinenethik erdacht. In einem Projekt am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI) der Hochschule für Wirtschaft FHNW wurde er umgesetzt. Die UnternehmerZeitung Nr. 7/8 (2013) und andere Medien berichteten über die einfache moralische Maschine, den sich vorbildlich verhaltenden Chatbot, der Probleme von Benutzern erkennt und im Extremfall eine Notrufnummer herausgibt. In einem Folgeprojekt wurde von März bis August 2016 der LÜGENBOT (auch LIEBOT genannt) entwickelt. Assistenzsysteme wie Siri und Cortana und Chatbots auf Websites scheinen meistens die Wahrheit zu sagen, nicht aus moralischen, sondern aus pragmatischen Gründen. Es handelt sich um Programme und Dienste, die den Menschen unterhalten, unterstützen und informieren sollen. Wäre keinerlei Vertrauenswürdigkeit vorhanden, würden sie keine Akzeptanz finden. Eine Münchhausen-Maschine ist ein Gegenentwurf. Sie konstruiert in Kenntnis der Wahrheit die Unwahrheit, als Wetterbericht, Nachrichtendienst oder Dialogsystem. Der LÜGENBOT ist eine Münchhausen-Maschine, die als Chatbot realisiert ist. Vielleicht steckt mehr von ihm in Siri und Cortana, als wir glauben. In der UnternehmerZeitung Nr. 9 (2016) widmet sich Oliver Bendel in seinem Artikel „Die Stunde der Wahrheit“ seinem Geschöpf (das von Kevin Schwegler im Rahmen seiner Bachelorarbeit im Detail ausgeformt und in der Praxis umgesetzt wurde). Er geht darauf ein, wie man von ihm lernen kann, zugunsten einer verlässlichen virtuellen Welt, in der man Diskussionen führt und Transaktionen durchführt, ohne Angst vor Schwindel und Betrug. Der Artikel kann über die Website des IWI heruntergeladen werden.

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Abb.: Der LÜGENBOT bei seiner Lieblingsbeschäftigung

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