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Erforschung der Folgen der Digitalisierung

50 Millionen Euro stehen bereit für die Erforschung der individuellen und sozialen Folgen der Digitalisierung. Nun weiß man, wer sie erhält. „Das Deutsche Internet-Institut wird in Berlin von einem Konsortium aus fünf Hochschulen und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Berlin und Brandenburg gegründet. Dies hat Bundesforschungsministerin Johanna Wanka heute bekannt gegeben. Das Konsortium aus Freier Universität Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Technischer Universität Berlin, Universität der Künste Berlin, Universität Potsdam, Fraunhofer-FOKUS und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung als Koordinator hat sich in einem zweistufigen wettbewerblichen Verfahren durchgesetzt.“ (Pressemitteilung BMBF, 23. Mai 2017) Die Entscheidung hat Prof. Dr. Johanna Wanka auf der Grundlage einer Empfehlung der Jury getroffen, der u.a. Prof. Dr. Viktor Mayer-Schönberger (University of Oxford), Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW, Schweiz), Prof. Dr. Urs Gasser (Harvard University), Prof. Dr. Eric Hilgendorf (Julius-Maximilians-Universität Würzburg), Prof. Dr. Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen), Dr. Catharina Maracke (Keio University, Japan) und Dr. Constanze Kurz (Chaos Computer Club und Netzpolitik.org) angehörten. Informations- und Technikethik dürften damit in Deutschland eine Renaissance erleben. Womöglich wird auch die Maschinenethik gestärkt.

Abb.: Eine Bahn in Berlin

Automatisiertes Fahren und Ethik

Das DVR-Forum „Automatisiertes Fahren und Ethik“ findet am 14. Juni 2016 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften statt. Der Untertitel „Welche Entscheidungen wollen wir Maschinen überlassen?“ deutet den Schwerpunkt an. In der Beschreibung heißt es: „Schon heute werden wir durch Assistenzfunktionen beim Autofahren unterstützt. Diese helfen, Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen zu vermindern. In nicht allzu ferner Zukunft werden hochautomatisierte Fahrfunktionen folgen: Das Fahrzeug übernimmt – zunächst zeitweise – die Fahraufgabe, es gibt Gas, lenkt und bremst. Die Fahrenden können sich in dieser Zeit anderweitig beschäftigen und müssen die Fahrsituation nicht überwachen. Doch was geschieht beim hochautomatisierten Fahren in einem Notfall, wenn sich ein Unfall nicht mehr vermeiden lässt?“ Und weiter: „In solchen Situationen müssen die Fahrzeuge in Sekundenbruchteilen Entscheidungen treffen. Dafür müssen sie programmiert werden, Menschen müssen festlegen, wie das Auto reagieren soll. In rasender Geschwindigkeit kann die Maschine viele Möglichkeiten durchspielen und die Reaktion auswählen, die den größten Erfolg – bzw. den geringsten Schaden – verspricht. An der Podiumsdiskussion nehmen Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW), Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf (Universität Würzburg), Prof. Dr. Jürgen Leohold (Volkswagen AG), Prof. Dr. Volker Lüdemann (Hochschule Osnabrück) und Prof. Klaus Kompaß (BMW Group) teil. Es moderiert Monika Jones von der Deutschen Welle. Weitere Informationen über www.tag-der-verkehrssicherheit.de.

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Abb.: Logo des Tags der Verkehrssicherheit

Maschinen mit Moral?

Das Deutsche Ärzteblatt, begründet 1872, bringt in der Ausgabe 4 vom 29. Januar 2016 auf den Seiten 122 bis 126 einen Artikel mit dem Titel „Roboterethik: Maschinen mit Moral?“. Die Autorin Heike E. Krüger-Brand hat die Tagung „Roboterethik“ in Berlin besucht (Veranstalter waren Daimler und Benz Stiftung sowie ceres) und fasst die Vorträge von Prof. Dr. Christian Woopen, Prof. Dr. Alin Albu-Schäffer, Prof. Dr. Jochen Steil, Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Catrin Misselhorn und Prof. Dr. Norbert Lammert zusammen. Bei der Definition der Maschinenethik wird auf maschinenethik.net verwiesen. Die Empfehlung des Bundestagspräsidenten wird wie folgt zitiert: „Politik sollte den Entwicklungen auf der Spur bleiben, aber auch so souverän sein, Entwicklungen zu korrigieren, bei denen sich herausstellt, dass die damit verbundenen Hoffnungen übertrieben und die Risiken eher unterschätzt worden sind.“ (Deutsches Ärzteblatt, 29. Januar 2016) Der Artikel ist auch online erschienen und kann über www.aerzteblatt.de/archiv/173667/Roboterethik-Maschinen-mit-Moral abgerufen werden.

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Abb.: Roboter mit Moral?

Tagung „Roboterethik“

Die Tagung „Roboterethik – Sie sind stark, klug, selbstständig. Und was wird aus uns?“ findet am 24. November 2015 in Berlin statt. Veranstalter sind Daimler und Benz Stiftung sowie Cologne Center for Ethics, Rights, Economics and Social Sciences of Health (ceres). Auf der Website heißt es: „Während der eintägigen Veranstaltung soll aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet werden, wie autonome Systeme unser Leben und unsere Gesellschaft verändern und welche ethischen Spannungsfelder hierdurch in unterschiedlichen Lebensbereichen aufgeworfen werden bzw. zukünftig entstehen können. Neben Ausführungen zu Entwicklungsstand, Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten autonomer Systeme soll deren Einsatz in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft, Politik und Verkehrswesen insbesondere aus ethischer, philosophischer und sozialwissenschaftlicher Perspektive betrachtet werden.“ (Website ceres) Beiträge gibt es u.a. von Prof. Dr.-Ing. Alin Albu-Schäffer, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Acting Head of the Institute of Robotics and Mechatronics, Prof. Dr. rer. nat. Jochen Steil, Universität Bielefeld, Managing Director Research Institute for Cognition and Robotics, und Prof. Dr. phil. Catrin Misselhorn, Universität Stuttgart, Direktorin des Instituts für Philosophie und Inhaberin des Lehrstuhls für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie. Prof. Dr. oec. Oliver Bendel, Maschinenethiker und Wirtschaftsinformatiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, hält den Vortrag „Die Moral in der Maschine“. Weitere Informationen über ceres.uni-koeln.de.

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Abb.: Ist das Roboterauto gut oder böse?

Symposium zur Roboterethik

Als Follow-up zu der Tagung „Mensch-Roboter-Interaktionen aus interkultureller Perspektive: Japan und Deutschland im Vergleich“ führt das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin am 4. Dezember 2014 ein Symposium zum Thema „Roboethik: Technikfolgenabschätzung und verantwortungsbewusste Innovation in Japan und Deutschland“ durch. Laut Veranstalter werden Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, darunter Hersteller von Servicerobotern, darüber diskutieren, wie „ethische Fragen, Fragen der Lebensqualität, Risikoabschätzung und Nutzerinteressen frühzeitig in die Entwicklung von Robotertechnologie integriert werden können, so dass ein nachhaltiger Dialog zwischen allen Beteiligten entsteht“ (Information per E-Mail). „Mit der Konferenz soll auf diese Weise auch eine Plattform für den interdisziplinären, interkulturellen Austausch über die Frage, wie wir künftig leben wollen, geboten werden und welche Handlungs- und Gestaltungsmacht dem/der Einzelnen hierbei zukommt.“ (ebd.) Weitere Einzelheiten sind dem Programmentwurf http://www.jdzb.de/fileadmin/Redaktion/PDF/veranstaltungen/tagungen-in-d/P1597-Programm.pdf zu entnehmen. Konferenzsprachen sind Deutsch und Japanisch, wobei simultan gedolmetscht wird.