Schlagworte: Digitale Ethik

BAKOM-Interview zu Ethik und KI

„Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist ein wesentliches Merkmal der digitalen Transformation von Gesellschaft und Wirtschaft und hat Folgen für unser Privat- und Arbeitsleben. Die Schweiz spielt auf diesem Gebiet heute in Forschung und Entwicklung weltweit eine bedeutende Rolle.“ (Website BAKOM, 9. Mai 2019) Der Bundesrat hat laut BAKOM eine interne Arbeitsgruppe eingesetzt, die bis zum Herbst 2019 eine Übersicht über bestehende Maßnahmen, eine Einschätzung zu neuen Handlungsfeldern sowie Überlegungen zu einem transparenten und verantwortungsvollen Einsatz von künstlicher Intelligenz erarbeitet. Dazu gehört auch, Experten zu konsultieren und ihre Positionen öffentlich zu machen. „Wir fragen bei Prof. Dr. Oliver Bendel nach, was Ethik und künstliche Intelligenz miteinander zu tun haben.“ Das Interview mit ihm ist am 9. Mai 2019 auf der Plattform Dialog Digitale Schweiz erschienen. Es kann über www.digitaldialog.swiss/de/dialog/kuenstliche-intelligenz-als-disziplin-zwischen-ingenieurskunst-und-kunst abgerufen werden.

Abb.: Das BAKOM ist u.a. zuständig für Kommunikation

350 Keywords Digitalisierung

Von „Big Data“ über die „Künstliche Intelligenz“ bis hin zur „Sozialen Robotik“: Im Kontext der Digitalisierung gibt es unzählige Fachtermini. Das neue Nachschlagewerk „350 Keywords Digitalisierung“ von Prof. Dr. Oliver Bendel ist für alle geeignet, die einen schnellen Einstieg in das Gebiet der Digitalisierung suchen und sich für Fragen der Ethik interessieren. In 350 übersichtlichen Beiträgen werden die Grundlagen und Entwicklungen leicht verständlich erläutert. Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen ebenso ansprechen wie die digitale Revolution, die auch als dritte Revolution bekannt ist. Auch mit der vierten Revolution ist der Begriff eng verbunden. Das Buch ist Ende April 2019 im Verlag Springer Gabler erschienen und kostet als E-Book ca. 15, in gedruckter Form ca. 20 Euro. Viele Hochschulmitglieder können es über SpringerLink kostenlos herunterladen. Es hat 286 Seiten. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658258221.

Abb.: Auch dieser Begriff ist enthalten (innerhalb von „Nerd“)

Das Buch zur Maschinenethik

Die Maschinenethik arbeitet mit Künstlicher Intelligenz und Robotik zusammen. Sie bringt maschinelle Moral hervor und untersucht sie. Ausgangspunkt sind teilautonome und autonome Systeme, etwa selbstständig fahrende Autos, Serviceroboter, Kampfroboter und Chatbots. Das „Handbuch Maschinenethik“, herausgegeben von Prof. Dr. Oliver Bendel, liefert Grundlagen zur Maschinenethik, erkundet Anwendungsgebiete der Disziplin und stellt Prototypen moralischer Maschinen vor. Neben der Maschinenethik kommen Roboterethik und Rechtswissenschaft zu Wort. Die Beiträge des Handbuchs werden seit 2017 laufend über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren gehören zu den bekanntesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa auf den Gebieten der Maschinenethik, der Roboterethik und des Roboterrechts. In gedruckter Form kommt das Buch mit allen 22 Beiträgen im Sommer oder Herbst 2019 heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658174828.

Pflegerobotik im Parlamentsfernsehen

Das öffentliche Fachgespräch zu Pflegerobotern am 20. Februar 2019 im Deutschen Bundestag zog zahlreiche Besucher an. Auch Politiker von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP waren durchgehend anwesend. Robotikerin Dr. Birgit Graf sprach über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nahm eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ war der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stellte Prototypen und Produkte vor und vor diesem Hintergrund verschiedene Überlegungen aus Sicht von Informationsethik und Maschinenethik an. Auch auf den moralisierten Nao von Michael Anderson, Susan L. Anderson und Vincent Berenz ging er ein. Das Programm kann hier nachgelesen, ein Bericht hier abgerufen werden. Das Parlamentsfernsehen strahlte die Aufzeichnung des Fachgesprächs am 22. Februar 2019 von 9.00 bis 11.45 Uhr aus.

Abb.: Kamera läuft

Sprechende Maschinen aus ethischer Sicht

„Keywords wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Big Data sind in aller Munde. Der Versicherungs- und Bankenmarkt steht unter ständiger Veränderung, Rahmenbedingungen ändern sich rapide und eine optimale Kundenbindung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Doch worauf dürfen – und müssen – wir uns zukünftig einstellen?“ (Einladung APRIL) Über diese und weitere Themen wird beim diesjährigen APRIL-Praxisforum in München am 26. September 2018 diskutiert. Die Keynote von Oliver Bendel aus Zürich trägt den Titel „Im Dialog mit Maschinen“. Ob iPal, Pepper oder Lio – viele Roboter verstehen uns und sprechen mit uns. Virtuelle Assistenten wie Siri und Cortana belauschen uns und klingen immer menschenähnlicher. Alexa kann dank SSML inzwischen flüstern. Mit SSML kann man grundsätzlich in die Stimme eingreifen, sie höher und tiefer, jünger und älter machen, sie zufrieden und unsicher klingen lassen. Bei Google Duplex wurde zudem die Sprechweise angepasst, wurden Unterbrechungen und Ähs eingebaut. Was ist der technische Stand bei der Sprachsynthese, was ist aus ethischer Sicht anzumerken? Auf solche Fragen gibt Oliver Bendel Antworten. Weitere Informationen über www.april.de/index.php?id=124.

Abb.: Alexa spricht mit uns

Das LADYBIRD-Projekt

Im „Handbuch Maschinenethik“ ist Ende Juli 2018 der Beitrag „Das LADYBIRD-Projekt“ von Oliver Bendel erschienen. Die Zusammenfassung: „Im LADYBIRD-Projekt ging es um einen Saugroboter, der aus moralischen Gründen bestimmte Insekten verschonen soll, die sich auf dem Boden befinden. Er sollte das jeweilige Tier mit Hilfe von Sensoren und von Analysesoftware erfassen und, bestimmten Regeln folgend, für eine Weile seine Arbeit einstellen. Das Praxisprojekt wurde 2017 an der Hochschule des Verfassers (und unter seiner Leitung) durchgeführt. Verwendet wurden Vorarbeiten, die ab 2014 entstanden, etwa eine Designstudie und ein annotierter Entscheidungsbaum. Drei Studierende der Wirtschaftsinformatik entwickelten den Roboter mittels vorgefertigter Module. Sie passten den Entscheidungsbaum an und implementierten die Regeln in Java. Das Ergebnis war ein kleiner, mobiler Roboter, der Marienkäfer bzw. ähnliche Objekte erkennen konnte und bei ihrer Anwesenheit seine Arbeit unterbrach. Der vorliegende Beitrag stellt sowohl die Vorarbeiten als auch die Durchführung des Projekts dar und diskutiert die Ergebnisse.“ Die Beiträge des von Oliver Bendel herausgegebenen Springer-Handbuchs erscheinen laufend und werden über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 aufgeführt.

Abb.: Der Marienkäfer wird verschont

3TH1CS – Die Ethik der digitalen Zeit

Das Buch „3TH1CS – Die Ethik der digitalen Zeit“ ist am 25. Oktober 2017 erschienen. Der Herausgeber schreibt auf seiner Website: „Der digitale Wandel erfasst immer mehr Bereiche unseres Lebens und wirft dadurch viele neue ethische Fragestellungen auf. Mit dem Buch ‚3TH1CS‘ erforschen wir in konkreten Beiträgen, wo sich diese Fragen genau stellen und wie wir als Gesellschaft mit ihnen umgehen können oder sogar sollten. Die insgesamt 20 Beiträge stammen von ausgewählten Expertinnen und Experten, die zu den führenden Denkern in Europa, Asien und Amerika gehören. Sie beleuchten die Bereiche, in denen der digitale Wandel eine Herausforderung für bestehende moralische Konventionen darstellt oder sogar ein Umdenken erfordert. ‚3TH1CS‘ gibt einen Überblick über die wichtigsten ethischen Fragen unserer Zeit, jeweils aus der Perspektive namhafter Wissenschaftlerinnen, Denker und Philosophinnen. Sie lassen uns an ihren Erkenntnissen und Gedanken zur Ethik im digitalen Zeitalter teilhaben und präsentieren auf verständliche Art Ideen, Einschätzungen und Vorschläge, die zum Mitdiskutieren einladen.“ Die Beiträge stammen u.a. von Luciano Floridi, Oliver Bendel, Susan Leigh Anderson und Michael Anderson, Jean-Baptiste Jeangène Vilmer und Hu Yong. Interviews wurden geführt mit Rafael Capurro und Kate Darling. Weitere Informationen über irights-lab.de/neuerscheinung-3th1cs-die-ethik-der-digitalen-zeit/.

Abb.: Auch bei Smartphones stellen sich Fragen

Von künstlichem Leben und natürlicher Technik

Prof. Dr. Annette Kleinfeld und Wolfgang Kornberger sind die Veranstalter der Ringvorlesung „Angewandte Ethik – Transdisziplinäre Einblicke in aktuelle Praxisfelder der Ethik“, die am 11. Oktober 2016 an der Hochschule Konstanz gestartet ist. Prof. Dr. Regine Kather (Philosophisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) berichtete am 22. November „Von der Würde des Menschen und der Würde der Kreatur“ und entwickelte „Grundprinzipien einer integrativen Bioethik“. PD Dr. Claudia Pawlenka (Philosophisches Institut, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) geht am 20. Dezember auf „Ethische Fragen im Sport“ ein und konkret auf „Perfektionierung und Kommodifizierung des Menschen“. Der Vortrag von PD Dr. Joachim Boldt (Institut für Ethik und Geschichte der Medizin, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) trägt den Titel „Künstliches Leben – Perspektiven der synthetischen Biologie“ und findet am 10. Januar 2017 statt. Prof. Dr. Oliver Bendel (Institut für Wirtschaftsinformatik, Hochschule für Wirtschaft FHNW) spricht am 17. Januar über „Die Moral in der Maschine – Maschinenethik“. Auch an den anderen Tagen kann man spannende Einblicke erwarten. Weitere Informationen über www.htwg-konstanz.de.

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Abb.: Künstliches oder natürliches Leben?

Kann ein Roboter meinen Job machen?

„Kann ein Roboter meinen Job machen?“ Diese Frage soll man mit dem  Job-Futuromat beantworten können, der für eine ARD-Themenwoche entstanden ist. „Finden Sie heraus, welche Tätigkeiten Ihres Berufes heute schon eine Maschine erledigen kann – und welche nur ein Mensch.“ (Website Job-Futuromat) Die Eingabe von „Professor/in – Fachhochschule“ ergibt drei Tätigkeitsfelder, nämlich „Lehrtätigkeit (Hochschule)“, „Didaktik“ und „Methodik“. Wofür „Methodik“ in diesem Zusammenhang steht, bleibt unklar. Der Job-Futuromat scheint sich auf Deutschland zu beziehen. Sowohl dort als auch in der Schweiz und in Österreich wird an Fachhochschulen geforscht. Man ist in EU-Forschungsprojekte und Projekte auf nationaler Ebene involviert. Zudem ist man in A-, B- und C-Journals aller Disziplinen vertreten. Die Tätigkeit „Forschung“ taucht aber gar nicht auf, anders als bei „Professor/in – Universitäten/gleichgestellte Hochschulen“. Der Job-Futuromat spuckt folgendes Ergebnis aus: „0 % der Tätigkeiten in diesem Beruf könnten schon heute Maschinen übernehmen.“ Welche Maschinen sind gemeint? Die Prozentzahl beschreibt, so die Website, den Grad der Automatisierbarkeit dieses Berufs und entspricht dem Anteil an wesentlichen Aufgaben (den Tätigkeiten), „die theoretisch schon heute von Maschinen, Robotern oder Computerprogrammen ausgeführt werden könnten“ (Website Job-Futuromat). Die erwähnte Lehrtätigkeit wäre aber, wenn man an Computer-based Trainings, Web-based Trainings und MOOCs denkt, zumindest teilweise automatisierbar in diesem Sinne: Sie würde von Computerprogrammen übernommen, die in einzelnen Kursen bis zu 100.000 Lernende auf einmal bedienen. Auch andere Tests weisen darauf hin, dass der Job-Futuromat nur ein fragwürdiges Spielzeug ist, kein ernstzunehmendes Analyseinstrument.

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Abb.: Die Antwort kann angezweifelt werden

3. Netzpolitischer Kongress im Bundestag

Der 3. Netzpolitische Kongress im Deutschen Bundestag trägt den Titel „Für eine Ethik der digitalen Gesellschaft“. Am 28. Oktober 2016 ist ab 9 Uhr Einlass. Dr. Anton Hofreiter hält um 10 Uhr die Eröffnungsrede. Dann ist Sascha Lobo zugeschaltet. In sechs Workshops, geleitet u.a. von Dr. Konstantin von Notz, Renate Künast und Dieter Janecek, geht man Fragen der Informations-, Technik- und Maschinenethik nach. Workshop Nr. 6 ist dem Thema „Deep Learning – Was unterscheidet Mensch und Maschine und gibt es Algorithmen für Empathie?“ gewidmet. In der Beschreibung auf der Website heißt es: „Auf welche Weisen lernen Maschinen? Kann unser Gehirn eine sinnvolle Blaupause für selbstlernende Systeme sein? Wann übertreffen künstliche neurale Netzwerke die Leistungen von Menschen? Können auch Maschinen moralische Grundsätze berücksichtigen und lässt sich Empathie künstlich abbilden? Welche Grenzen sollten für den Einsatz künstlicher Intelligenz gelten und bis zu welchem Punkt akzeptieren wir diskriminierende oder utilitaristische Maschinen? Was lernen nicht nur Maschinen vom Menschen, was können wir dank selbstlernender Systeme über uns Menschen erfahren?“ Auf dem Podium sitzen Prof. Dr. Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker, Informationsethiker und Maschinenethiker, und Olivia Klose, Software Development Engineer bei Microsoft. Befragt werden sie von Dieter Janecek, MdB und Sprecher für Wirtschaftspolitik von Bündnis 90/Die Grünen Bundestagsfraktion. Weitere Informationen über www.gruene-bundestag.de/termin/3-netzpolischer-kongress-nk16-fuer-eine-ethik-der-digitalen-gesellschaft.html.

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Abb.: Sonnenblume mit Hummel