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Die Zukunft der Arbeit ist wieder weiblich

Der 63. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft in der Schweiz findet derzeit (15. bis 17. Februar 2017) an der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW in Brugg-Windisch statt. Veranstalterinnen sind FHNW und ETH Zürich. Die Keynotes am 16. Februar 2017 stammten von Prof. Dr. Heinz Schüpbach, Direktor Hochschule für Angewandte Psychologie FHNW, Prof. Dr. Oliver Bendel, Hochschule für Wirtschaft FHNW, und Patrick Warnking, Country Director Google Switzerland. Schüpbach gab einen Einblick in aktuelle Themen von Psychologie und Arbeitswissenschaft, Bendel stellte Software- und Hardwareroboter wie Überwachungs- und Transportroboter vor und fragte danach, welche Aufgaben dem Menschen bleiben, Warnking erläuterte Geschäftsmodelle und Denkweisen der digitalen Ökonomie – und betonte, man wolle bei Google noch mehr Frauen einstellen. Früher waren viele Programmierer weiblich, und manche Länder haben in der Informatik schon immer ein ausgewogenes Verhältnis gehabt. Leitthemen des Kongresses sind u.a. die Herausforderung des digitalen Wandels, Industrie 4.0 und menschliches Erfahrungswissen, Kreativität in Design- und Produktionsprozessen, Mensch-Maschine-Interaktion und Mensch-Roboter-Kooperation. Grußworte gab es u.a. von PD Dr. Marino Menozzi, ETH Zürich, Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident FHNW, und Dr. Eric Scheidegger, Co-Direktor beim Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Weitere Informationen über www.gfa2017.de.

Abb.: Die Zukunft der Arbeit ist wieder weiblich

Die Büchse der Pandora

Heike Henzmann hat im Rahmen der Serie „Walk and Talk“ für die Zeitschrift aktuelle technik (at) ein langes Gespräch mit dem Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker Oliver Bendel geführt. Gerettet hat man sich zunächst bei strömendem Regen in die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich. Bendel hatte sich das Gebäude ausgesucht, weil er es seit 30 Jahren kennt und liebt, wie das Gebäude der Universität Zürich daneben. Und weil Einstein dort gewirkt hat, der wie er in Ulm zur Welt gekommen ist. Die Diskussion zwischen Einstein und Niels Bohr zu Kodizes für Ingenieure kennt Bendel seit dem Studium, und auch auf sie kommt die Sprache. Nachdem es aufgehört hatte zu regnen, spazierte man aus der ETHZ hinaus, an der Universität Zürich vorbei, an Luxusvillen und Zweckgebäuden, und schließlich auf Straßen und Treppen bis zum Hirschengraben hinunter, der ein Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist. Bald ging es nicht mehr nur um Maschinenethik, Informationsethik und Technologiefolgenabschätzung, sondern um Moral und Ethik im Allgemeinen und um die Rolle der Religion. Bendel betonte, dass die Grundzüge moralischer Vorstellungen wenig mit Religion zu tun hätten. Diese sei eh erst in der letzten Sekunde der Menschheitsgeschichte entstanden, zumindest in der Form, die man sie heute kennt. Zugleich könnten gewisse religiöse Vorstellungen Moral sogar korrumpieren, wie der Fundamentalismus zeigt. Der erste Teil des Interviews ist im Juni 2016 erschienen und darf mit freundlicher Genehmigung des leitenden Redakteurs hier heruntergeladen werden. Der zweite Teil wird im nächsten Heft abgedruckt und ebenfalls auf dieser Website zur Verfügung gestellt.

Pandora_Buechse

Abb.: Pandora in Erwartung ihrer Büchse