Schlagworte: Industrie 4.0

Co-Robots im Pressesprecher-Magazin

Das Magazin Pressesprecher widmet sich in seiner neuen Ausgabe (4/17) Kooperations- und Kollaborationsrobotern. Diese sind, wie sich dem Wirtschaftslexikon von Springer Gabler entnehmen lässt, moderne Industrieroboter, die mit uns Schritt für Schritt an einem gemeinsamen Ziel (Kooperationsroboter) bzw. Hand in Hand an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wobei wiederum ein bestimmtes Ziel gegeben ist (Kollaborationsroboter). Sie nutzen dabei ihre mechanischen und sensorischen Fähigkeiten und treffen Entscheidungen mit Blick auf Produkte und Prozesse im Unternehmen bzw. in der Einrichtung. Co-Robots, wie sie gelegentlich genannt werden, können in Einzelfällen auch als Serviceroboter auftreten, etwa im medizinischen und pflegerischen Bereich. Die intensive Beschäftigung mit kooperativen und kollaborativen Robotern begann bereits in den 1990er-Jahren. In den 2010er-Jahren begannen sie sich durchzusetzen und in der Produktion zu verbreiten. Sie spielen auch in der Industrie 4.0 eine Rolle. Eine Grundlage für den Artikel mit dem Titel „Die Emanzipation der Maschinen“ war ein Interview mit Prof. Dr. Oliver Bendel, der im Text wiederholt zitiert wird und der auch Verfasser des genannten Lexikonbeitrags ist.

Abb.: Werden Co-Robots in Zukunft zusammenarbeiten?

In der Fabrik von morgen

In der Edition HMD von Springer ist am 26. Juli 2017 das Buch „Industrie 4.0: Herausforderungen, Konzepte und Praxisbeispiele“ erschienen. Herausgeber ist Prof. Dr. Stefan Reinheimer, zu den Autoren gehören Prof. Dr. Oliver Bendel, Prof. Dr. Elgar Fleisch, Prof. Dr. Felix Wortmann und Prof. Dr. Stefan Strohmeier. Aus dem Klappentext: „Das Fachbuch greift das Konzept Industrie 4.0 – Ausdruck der vierten industriellen Revolution – mit seinen Chancen und Risiken für produzierende Unternehmen auf. Das Herausgeberwerk bringt das Thema durch anschauliche Beispiele aus der Praxis näher und zeigt die Visionen auf, mit denen sich nicht nur die akademische Welt bereits auseinandersetzt. Die Autoren der Beiträge thematisieren einerseits Kernthemen der Digitalisierung und beleuchten andererseits nicht zu vernachlässigende Begleiterscheinungen: In der Fabrik von morgen wachsen reale und virtuelle Welt zusammen. Schlagworte wie Internet der Dinge und Cyber-Physische Systeme (CPS) wurden bereits geprägt, um diese Verschmelzung anzudeuten. Industrie 4.0 verspricht neue Optionen für die Flexibilisierung und weitergehende Automatisierung der Fertigung. Sie schafft die Grundlage für neue Geschäftsmodelle, erfordert aber auch ein Umdenken in der Interaktion zwischen Mensch und Maschine.“ (Information Springer) Auch Informationsethik und Maschinenethik sind ein Thema. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658181642#aboutBook.

Abb.: Kollege Roboter erscheint pünktlich bei der Arbeit

Nachrichten aus der neuen Fabrik

„Im Aargau kam der GOODBOT zur Welt. Programmiert wurde er in verschiedenen Kantonen, doch am Campus Brugg-Windisch der FHNW wurde er erdacht und ausprobiert. Wir hatten 2013 verschiedene Chatbots auf Websites mit Aussagen und Fragen gefüttert. Die Ergebnisse waren erschütternd. Maschinen dieser Art sind dazu da, die Benutzer über Produkte und Dienstleistungen zu informieren. Sie sind auch vorbereitet auf Fragen, die sie selbst und die Welt betreffen. Wenn die Sprache indes auf einen beabsichtigten Selbstmord oder Amoklauf kam, versagten die meisten von ihnen.“ Mit diesen Worten beginnt der Artikel „Nachrichten aus der neuen Fabrik“ von Oliver Bendel, der in der Aargauer Wirtschaft Nr. 7 (14. Juli 2016) erschienen ist. Und weiter: „Ich erfand den GOODBOT, der bei Problemen besser reagieren und im Extremfall eine nationale Notfallnummer herausgeben konnte. Drei Studenten implementierten ihn prototypisch. Die Gestaltungsdisziplinen, deren Methoden wir anwandten, waren soziale Robotik und Maschinenethik. Erstere bringt Roboter hervor, die zu sozialen Interaktionen fähig sind und Menschen nicht überfordern und nicht verletzen, letztere Maschinen, die moralisch angemessen entscheiden und handeln.“ (Aargauer Wirtschaft, 14. Juli 2016) Im Folgenden wird auf die Industrie 4.0 und die Smart Factory eingegangen, wo soziale Robotik und Maschinenethik ebenfalls eine Rolle spielen. Der ganze Artikel kann über diese Plattform heruntergeladen werden, das gesamte Heft (u.a. mit einem Beitrag von Crispino Bergamaschi) steht hier zum Download bereit.

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Abb.: Die Smart Factory ist mit der Umwelt vernetzt

Die Robotersteuer in der Diskussion

Im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur war Oliver Bendel am 11. Juli 2016 ab 18.15 Uhr in der Sendung „Studio 9“. Frank Appel, der Post-Chef, hatte die Diskussion einer Robotersteuer (auch Maschinensteuer genannt) vorgeschlagen. Ein Problem ist, was man genau besteuern soll. Welche Roboter sind betroffen? Um welche Arbeit geht es konkret? Vielleicht ist die Robotersteuer gar nicht praktikabel. Bei Maschinen, die Menschen ersetzen, scheint der Gedanke zunächst charmant zu sein: Wenn der Mitarbeiter entlassen wird, oder wenn er erst gar nicht eingestellt wird, weil ein Roboter die Arbeit macht, besteuert man dessen Arbeit. Allerdings müsste sichergestellt werden, dass der Entlassene oder Nichteingestellte etwas davon hat. Die Robotersteuer sollte also nicht ohne flankierende Maßnahmen eingeführt werden. Für die Robotersteuer spricht, dass der Roboter als Risiko für Arbeitnehmer erkannt wird. Gegen sie spricht, dass er kaum als Chance für Arbeitgeber und -nehmer erkannt wird. Selbst wenn er uns ersetzt, kann daraus eine Chance entstehen, eben wenn wir trotzdem Geld verdienen und trotzdem gut leben können. Deshalb, könnte man argumentieren, muss sein Einsatz gefördert und nicht gehemmt werden. Eine Idee wäre, die Maschinensteuer nur einzuführen, wenn sie z.B. direkt mit dem bedingungslosen Grundeinkommen gekoppelt wäre. Ein solches hat Frank Appel explizit abgelehnt. Zugleich sollte man die Entwicklung von innovativen Robotern und den innovativen Einsatz von Robotern belohnen. Letztlich geht es darum, die Gewinne, die auch in der Smart Factory erzielt werden, gerecht zu verteilen. Weitere Informationen über http://www.deutschlandradio.de; dort kann auch der Podcast angehört und heruntergeladen werden.

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Abb.: Mal schnell die Robotersteuer berechnen

Eine Chance zur Befreiung des Menschen

Der Ausschuss Digitale Agenda des Deutschen Bundestages führte am 22. Juni 2016 von 16.00 bis 18.00 Uhr ein öffentliches Fachgespräch zum Themenkomplex „Auswirkungen der Robotik auf Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft“ durch. Als Sachverständige standen Eric Hilgendorf (Universität Würzburg), Raul Rojas (FU Berlin), Ryan Calo (University of Washington), Norbert Elkman (Fraunhofer IPK) und Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) zur Verfügung. Elkmann warnte mit Blick auf die Robotik vor überzogenen Erwartungen. Hilgendorf mahnte „politisches Handeln an, da sonst die Gefahr bestünde, dass internationale Konzerne die Standards setzen könnten“ (Website Bundestag). Calo blies ins gleiche Horn: „Es dürfe nicht sein, dass der Gesetzgeber sich auf Aussagen der Industrie verlassen muss.“ (Website Bundestag) Er könne sich durchaus die Schaffung einer Robotersteuer und einer Roboterquote vorstellen, erklärte Bendel. Berücksichtigt werden müsse allerdings, dass die derzeitige Ausrichtung des menschlichen Lebens auf die wirtschaftliche Produktivität „eine kapitalistische Ideologie ist, der man nicht zustimmen muss“. „Der Einsatz von Robotern könne daher eine Chance zur Befreiung des Menschen sein.“ (Website Bundestag) Und wäre entsprechend zu fördern. Auch Rojas betonte, die „anstehende industrielle Revolution sei nicht beschäftigungsneutral“. Weitere Informationen und Aussagen sind über www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2016/kw25-pa-digitale-agenda/427996 zu finden.

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Abb.: Wird er uns befreien?

Effekte der Digitalisierung

In der größten Tageszeitung der Schweiz, 20 Minuten, schreibt Kaspar Wolfensberger: „Roboter werden die Arbeitswelt grundlegend verändern. Zehntausende Schweizer Jobs könnten verschwinden. Was kann man tun, um nicht verdrängt zu werden?“ Befragt wird u.a. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW (Institut für Wirtschaftsinformatik). Er sagt: „Alles, was mit manueller Arbeit zu tun hat, kann nach und nach ersetzt werden. Wie eine neue Studie des Weltwirtschaftsforums gezeigt hat, sind aber auch Bürojobs durch Roboter bedroht.“ (20 Minuten, 1. Februar 2016) Moritz Hämmerle vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation nennt Zahlen zu Deutschland: „Es gibt verschiedene Studien zur Beschäftigungsentwicklung durch Digitalisierung/Industrie 4.0. Die pessimistischsten sehen ca. 45 Prozent der deutschen Arbeitsplätze als gefährdet an, die optimistischen sehen allein für Deutschland einen Beschäftigungsaufbau von etwa 350.000 Jobs.“ (20 Minuten, 1. Februar 2016) Hannes Lubich von der Hochschule für Technik (Institut für Mobile und Verteilte Systeme) beschwichtigt in Bezug auf pessimistische Schätzungen. Es sei zu bemerken, dass die Schätzungen und der Zeithorizont eine große Varianz aufweisen, „da einfache lineare Prognosen für solche Veränderungen nicht ausreichen und die Zahlen oft auch im Sinne eines Weckrufs oder zur Untermauerung politischer oder gesellschaftlicher Ansprüche verwendet werden“ (20 Minuten, 1. Februar 2016). Der Artikel mit dem Titel „So schützen Sie sich vor der Roboter-Konkurrenz“ ist am 11. Februar 2016 erschienen und kann über www.20min.ch/finance/news/story/11417961 abgerufen werden.

Jenseits von Davos

Sonja Striegl von SWR2 war am 20. Januar 2016 im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel. Anlass war das Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos. Dort wird die vierte industrielle Revolution verhandelt. Titel von Veranstaltungen waren beispielsweise „The Internet of Things Is Here“ und „Life in 2030: Humankind and the Machine“. Die Moderatorin fragte den gleichaltrigen Ethiker und Wirtschaftsinformatiker von der Hochschule für Wirtschaft der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW – beide sind Jahrgang 1968 und haben die Ausbreitung des Internets und die Fortschritte bei der Robotik bewusst miterlebt – nach Entwicklungen bei selbstständig fahrenden Autos und bei Pflegerobotern. Oliver Bendel erläuterte, wie diese teilautonomen und autonomen Systeme, wenn sie auf sich gestellt sind, entscheiden und handeln und wie man sie im Vorhinein „moralisieren“ kann. Der mehrminütige Beitrag mit dem Titel „Bis dass die Software Euch scheidet“ kann über die Website des Senders angehört werden.

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Abb.: Der Arbeiter der Zukunft?

Der Roboter als Freund oder Feind

Die Industrieroboter verlassen – mit dieser Schilderung beginnt der Artikel „Mein Kollege, der Robot“ – die Schutzräume und Fertigungsstraßen. „Sie bewegen sich durch die Hallen, auf festgelegten Spuren oder nach ihrem eigenen Plan. Sie arbeiten in Kooperationszellen eng mit Menschen zusammen. Und sie schauen uns zu, wie wir etwas machen – und machen es nach.“ Oliver Bendel stellt dar, wie die Industrie 4.0 funktioniert, was in der intelligenten Fabrik passiert und wie sich darin der Roboter verändert. Auch die Perspektive der Ethik wird eingenommen. Die Gesellschaft müsse „entscheiden, ob Roboter uns nicht nur unterstützen, sondern auch ersetzen sollen“. „Reflexionen aus Technik- und Informationsethik mögen ihr dabei helfen.“ Schon davor wird die Maschinenethik gestreift: „Die Maschinenethik interessiert sich für moralische Maschinen, zum Beispiel für Apparaturen, die bestimmte moralische Regeln einhalten oder bestimmte Folgen mit moralischen Implikationen voraussehen können.“ Der Beitrag, der am 18. Januar 2016 in der UnternehmerZeitung erschienen ist, kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

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Abb.: Die vierte industrielle Revolution wird Arbeitsplätze kosten

Industrie 4.0 und Ethik

Der Artikel „Die Industrie 4.0 aus ethischer Sicht“ ist am 23. Juli 2015 in der Zeitschrift HMD – Praxis der Wirtschaftsinformatik erschienen, als „Online-First“-Artikel auf SpringerLink. Die deutsche Zusammenfassung: „Der vorliegende Beitrag arbeitet die wesentlichen Merkmale der Industrie 4.0 heraus und setzt sie ins Verhältnis zur Ethik. Es interessieren vor allem Bereichsethiken wie Informations-, Technik- und Wirtschaftsethik. Am Rande wird auf die Maschinenethik eingegangen, im Zusammenhang mit der sozialen Robotik. Es zeigt sich, dass die Industrie 4.0 neben ihren Chancen, die u. a. ökonomische und technische Aspekte betreffen, auch Risiken beinhaltet, denen rechtzeitig in Wort und Tat begegnet werden muss.“ Das englische Abstract: „This article highlights the essential features of the industry 4.0 and puts them in relation to ethics. Of special interest are the fields of applied ethics such as information, technology and business ethics. Machine ethics is mentioned in passing in connection with social robotics. It is evident that the industry 4.0 in addition to opportunities, affecting among other things economic and technical aspects, includes also risks which must be addressed in word and deed in a timely manner.“ Weitere Informationen über link.springer.com/article/10.1365/s40702-015-0163-z.

Drohnen mit Steinen bewerfen

Einen Schwerpunkt zu Maschinen bringt das Wirtschaftsmagazin brandeins in Heft 7 vom Juli 2015. Es geht um Industrie 4.0, um soziale Robotik und um Mensch-Roboter-Kooperation. Auch die Maschinenethik wird erwähnt, etwa in dem Artikel von Hans-Arthur Marsiske mit dem Titel „Das Bit der Weisen“. In einem Interview („Ihre Dummheit ist ihre Stärke“) äußert sich der Philosoph Roberto Casati zur Roboterethik, genauer gesagt zum Aspekt, dass man Maschinen bestimmte Rechte zuerkennt: „Es gibt Leute, die von der Ethik von Robotern reden. Das ist Unsinn. Wenn mir eine Drohne zu nahe käme, würde ich sie mit Steinen bewerfen. Man könnte mich wegen Sachbeschädigung anzeigen. Das war’s.“ In der Tat ist man von empfindsamen, leidensfähigen künstlichen Kreaturen noch weit entfernt. Schwieriger wird es, wenn die Roboter ein Teil des Menschen sind, z.B. in der Form von Hightech-Prothesen. Das Heft bietet eine Fülle von Informationen und Inspirationen und führt in einen wichtigen Themenkomplex ein.