Schlagworte: Informationsethik

Staatsbibliothek widmet sich Maschinenethik

„Stimmen der Bibliothek“ widmet sich in einem neuen Podcast dem Thema „Künstliche Intelligenz, Robotik und Maschinenethik“. Auf der Website heißt es: „Künstliche Intelligenz (KI) wird zum Bestandteil unseres Arbeits- und Lebensalltags: Intelligente Objekt- und Mobilitätssteuerung, kooperative Roboter in der Industrie, KI bei der Sprachsteuerung mittels Assistenten … Zu verbreiteten Lösungen in Produktion und Logistik treten vermehrt Szenarien und Anwendungen aus dem Service- und Dienstleistungsbereich hinzu: KI im Personalmanagement, bei der Verbrechensbekämpfung oder in Medizin, Pflege und Therapie, ergo Bereichen mit starken sozialen Interaktionen sowie besonderen Anforderungen an Datenschutz und Privatheit. Wo stehen wir im Bereich der KI und sozialen Robotik, welche Auswirkungen kann dies auf die Gesellschaft bringen und welche Bedeutung spielen hierbei ethische Grundsätze?“ (Website Stabi) Und weiter: „Hören Sie im Interview mit Oliver Bendel, Professor für Wirtschaftsinformatik, Roboterphilosoph und Sachverständiger des Deutschen Bundestages, wie KI-Entwicklungen unser Leben bestimmen (werden) und wie sie Gegenstand in Forschung und Lehre sind … Das Gespräch wurde am 21. Mai 2019 von Heinz-Jürgen Bove, Fachreferent für Sozialwissenschaften an der Staatsbibliothek zu Berlin, durchgeführt.“ (Website Stabi)

Abb.: Ein Mikrofon

Die Drohne und die Moral

Vom 18. bis zum 20. Juli 2019 findet die Fachtagung „Game of Drones“ statt. Sie wird vom Zeppelin Museum Friedrichshafen in Kooperation mit der Universität Konstanz und der Zeppelin Universität Friedrichshafen organisiert. Es geht, wie der Titel verrät, um die Technologie der Drohnen, um die Spiele und Kriegsspiele damit. „Die wissenschaftliche Fachtagung beleuchtet in drei Panels kritisch das Spannungsfeld dieser Technologie, die absolute Gegensätze in sich vereint. VertreterInnen aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft reflektieren gesellschaftlich relevante Aspekte des militärisch-wirtschaftlichen Sektors sowie der Aneignung durch zeitgenössische KünstlerInnen und Start-Ups. Der Schnittstelle von Drohnen und Künstlicher Intelligenz widmet sich ein Panel aus ethischer und medientheoretischer Perspektive.“ (Website ZM) Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) – Informations- und Maschinenethiker und Verfasser des Drohnenromans „Verlorene Schwestern“ (2009) – spricht am 20. Juli zu „Die Drohne und die Moral“ (auch aus Sicht der Maschinenethik), Philip Hauser (Universität Konstanz) zu „Mobilität und Macht – Drohnen und künstliche Intelligenz aus medienwissenschaftlicher Perspektive“ und Dr. Goetz Herrmann (Universität Paderborn) zu „Game of Swarms: Adaptabilität“. Das Programm kann hier heruntergeladen werden. Weitere Informationen über www.zeppelin-museum.de.

Abb.: Die Drohne im Anflug

Stephen A. Schwarzman Centre in Gründung

„Die britische Elite-Universität Oxford hat eine Spende in Höhe von 150 Millionen Pfund (rund 168 Millionen Euro) von US-Milliardär Stephen A. Schwarzman erhalten. Mit der höchsten Einzelspende in der Geschichte der Hochschule soll das ‚Stephen A. Schwarzman Centre‘ für Geisteswissenschaften entstehen.“ (SPON, 19. Juni 2019) Dies meldete der Spiegel am 19. Juni 2019. Weiter heißt es: „In dem Gebäude sollen unter anderem die Fakultäten für … Geschichts- und Sprachwissenschaften, Philosophie, Musik und Theologie zusammengelegt werden. Rund ein Viertel aller Oxford-Studenten sind in diesen Fächern eingeschrieben. Zusätzlich soll dort ein neues Institut für Ethik im Umgang mit Künstlicher Intelligenz entstehen, wie die Universität mitteilte.“ (SPON, 19. Juni 2019) Der Schwerpunkt scheint auf Informations- und Roboterethik zu liegen. Schwarzman selbst sagte laut Spiegel, Universitäten müssten dabei helfen, ethische Grundsätze für den schnellen technologischen Wandel zu entwickeln. Über die Herkunft der Mittel wird debattiert. Weitere Informationen über www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/oxford-elite-uni-erhaelt-150-millionen-pfund-spende-a-1273161.html.

Buch zu Informations- und Maschinenethik

Im Sommer 2019 erscheint die zweite Auflage des Lexikons zur Informationsethik von Oliver Bendel im Springer-Verlag. Auf die „300 Keywords Informationsethik“ von 2016 folgen die „400 Keywords Informationsethik“. In beiden Fällen lautet der Untertitel „Grundwissen aus Computer-, Netz- und Neue-Medien-Ethik sowie Maschinenethik“. Sowohl die Bereiche der Informations-, Roboter- und Maschinenethik als auch die der Künstlichen Intelligenz und der Robotik wurden ausgebaut. Es finden sich nun Begriffe wie „Brain-Computer Interface“, „Gesichtserkennung“ und „Echokammer“ darin. 2014 und 2015 war das Projekt noch mit dem Wunsch gestartet, die Informationsethik weiterleben zu lassen und die Maschinenethik einem breiteren Publikum nahezubringen. Das Buch erschien 2016 und wurde seitdem etwa 40.000 Mal heruntergeladen (im Gesamten und in Teilen). In der Zwischenzeit explodierten die Themenbereiche förmlich. Eine zweite Auflage war dringend notwendig. Auf über 300 Seiten kann man sich nun einen Überblick über vergangene, gegenwärtige und zukünftige Entwicklungen verschaffen und sich Definitionen bekannter und weniger bekannter Phänomene aneignen. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658266639.

Abb.: Frau mit Buch

Next Frontiers

„The ‚Next Frontiers‘ conference will bring scientists and science fiction authors into contact. Different sciences getting into interdisciplinary conversations plus authors of fiction offering new, even revolutionary perspectives will open up the territory for new visions of the future. The conference aims at surmounting old, dysfunctional patterns of thinking. Central to this is the reality transforming potential of literature, film and other arts, and the huge contribution of fictional world building to real scientific and technological breakthroughs.“ This is the introductory text for a conference to be held in Stuttgart from 27 to 29 June 2019. The opening lecture will be given by the information and machine ethicist Prof. Dr. Oliver Bendel. He is going to talk about approaches and artifacts of machine ethics. The writer Andreas Brandhorst will then give an introduction to artificial intelligence. On the panel they both will discuss with the journalist Constantin Schnell. Further information via www.next-frontiers.de/en/.

Fig.: A spaceship

Einleitung zum Handbuch erschienen

„Maschinenethik ist eine junge Disziplin. Sie beschäftigt sich mit maschineller Moral. Dabei bleibt sie nicht beim Theoretischen stehen, sondern geht ins Praktische. Zusammen mit Künstlicher Intelligenz und Robotik bringt sie moralische und unmoralische Maschinen hervor.“ Mit diesen Worten beginnt die von Prof. Dr. Oliver Bendel verfasste Einleitung zum „Handbuch Maschinenethik“, die im Mai 2019 erschienen ist. Sie führt in grundsätzliche Aspekte der Maschinenethik aus persönlicher und fachlicher Sicht ein. Die Kapitel des Handbuchs werden genannt und in ihren Inhalten umrissen. Das „Handbuch Maschinenethik“ (Springer VS) liefert Grundlagen zur Maschinenethik, erkundet Anwendungsgebiete der Disziplin und stellt Prototypen moralischer Maschinen vor. Neben der Maschinenethik kommen Roboterethik und Rechtswissenschaft zu Wort. Die Beiträge werden seit 2017 laufend über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 veröffentlicht. Die Autorinnen und Autoren gehören zu den bekanntesten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa auf den Gebieten der Maschinenethik, der Roboterethik und des Roboterrechts. In gedruckter Form kommt das Buch im Sommer oder Herbst 2019 heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658174828.

350 Keywords Digitalisierung

Von „Big Data“ über die „Künstliche Intelligenz“ bis hin zur „Sozialen Robotik“: Im Kontext der Digitalisierung gibt es unzählige Fachtermini. Das neue Nachschlagewerk „350 Keywords Digitalisierung“ von Prof. Dr. Oliver Bendel ist für alle geeignet, die einen schnellen Einstieg in das Gebiet der Digitalisierung suchen und sich für Fragen der Ethik interessieren. In 350 übersichtlichen Beiträgen werden die Grundlagen und Entwicklungen leicht verständlich erläutert. Der Begriff der Digitalisierung hat mehrere Bedeutungen. Er kann die digitale Umwandlung und Darstellung bzw. Durchführung von Information und Kommunikation oder die digitale Modifikation von Instrumenten, Geräten und Fahrzeugen ebenso ansprechen wie die digitale Revolution, die auch als dritte Revolution bekannt ist. Auch mit der vierten Revolution ist der Begriff eng verbunden. Das Buch ist Ende April 2019 im Verlag Springer Gabler erschienen und kostet als E-Book ca. 15, in gedruckter Form ca. 20 Euro. Viele Hochschulmitglieder können es über SpringerLink kostenlos herunterladen. Es hat 286 Seiten. Weitere Informationen über www.springer.com/gp/book/9783658258221.

Abb.: Auch dieser Begriff ist enthalten (innerhalb von „Nerd“)

Serviceroboter aus ethischer Sicht

Im Rahmen der Vadian Lectures in St. Gallen betrachtet Oliver Bendel am 9. Mai 2019 ab 18 Uhr „Serviceroboter aus Sicht von Informations- und Maschinenethik“. Aus der Beschreibung auf der Website: „Serviceroboter verbreiten sich immer mehr. Man findet sie in Einkaufszentren, an Hotelrezeptionen, in Pflege und Therapie. Oliver Bendel stellt in seinem Vortrag einige von ihnen vor und wirft Fragen aus den Perspektiven von Informations- und Maschinenethik auf. Es geht nicht nur darum, wie wir die Serviceroboter einordnen, sondern auch darum, wie wir sie entwickeln, wie wir ihr Verhalten so bestimmen, dass wir es als angenehm und angemessen empfinden.“ Die Veranstaltungsreihe wird durch das Zentrum für Ethik und Nachhaltigkeit der FHS St. Gallen initiiert und von der St. Galler Kantonalbank unterstützt. Die Veranstaltung ist kostenfrei, die Platzzahl begrenzt. Die Anmeldung erfolgt über das Anmeldeformular oder per E-Mail an zen@fhsg.ch.

Pflegerobotik im Parlamentsfernsehen

Das öffentliche Fachgespräch zu Pflegerobotern am 20. Februar 2019 im Deutschen Bundestag zog zahlreiche Besucher an. Auch Politiker von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP waren durchgehend anwesend. Robotikerin Dr. Birgit Graf sprach über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nahm eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ war der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stellte Prototypen und Produkte vor und vor diesem Hintergrund verschiedene Überlegungen aus Sicht von Informationsethik und Maschinenethik an. Auch auf den moralisierten Nao von Michael Anderson, Susan L. Anderson und Vincent Berenz ging er ein. Das Programm kann hier nachgelesen, ein Bericht hier abgerufen werden. Das Parlamentsfernsehen strahlte die Aufzeichnung des Fachgesprächs am 22. Februar 2019 von 9.00 bis 11.45 Uhr aus.

Abb.: Kamera läuft

Politik informiert sich über Pflegeroboter

Im Deutschen Bundestag widmet man sich am 20. Februar 2019 den Chancen und Risiken von Pflegerobotern. Robotikerin Dr. Birgit Graf spricht über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nimmt eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ ist der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker. Daneben gibt es Kommentare aus der Perspektive der Technikfolgenabschätzung (Dr. Bettina-Johanna Krings, KIT/ITAS), der Forschungsförderung (Christine Weiß, VDI/VDE-IT), der Pflegeträger (Alexander Huhn, Caritas-Zentrum Garmisch-Partenkirchen) und der Pflegekräfte (Peter Tackenberg, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)). Die Einführung wird Dr. Christoph Kehl vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) halten. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Das Brandenburger Tor