Schlagworte: KI

Maschinenethik und Philosophie

Im „Handbuch Maschinenethik“, herausgegeben von Oliver Bendel, ist Anfang Juli 2018 ein Beitrag von Catrin Misselhorn erschienen, mit dem Titel „Maschinenethik und Philosophie“. Die Zusammenfassung: „Die Maschinenethik ist ein Forschungsgebiet an der Schnittstelle von Philosophie und Informatik. Dieser Beitrag beschäftigt sich zum einen mit den philosophischen Grundbegriffen und Voraussetzungen der Maschinenethik. Diese sind von besonderer Bedeutung, da sie Fragen aufwerfen, die die Möglichkeit der Maschinenethik teilweise grundsätzlich in Zweifel ziehen. Zum zweiten werden die verschiedenen Rollen der Philosophie auf unterschiedlichen Ebenen innerhalb der Maschinenethik thematisiert und die methodologische Umsetzung dieses interdisziplinären Forschungsprogramms dargelegt.“ (Website Springer) Eine Übersicht über die Beiträge, die laufend elektronisch veröffentlicht werden, findet sich über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 … Das gedruckte Buch kommt in wenigen Monaten heraus.

Abb.: Die Maschinenethik gestaltet Maschinen mit

Wie soll der Sexroboter aussehen?

„Erotik 4.0 – Gedankenspiel Sexroboter“ lautet der Titel einer Sendung bei SRF 2 Kultur, die am 13. Juni 2018 ab 9 Uhr ausgestrahlt wird. „In Dortmund gibt es ein Sexpuppen-Bordell, in Barcelona sogar schon ein Sexroboter-Bordell. Der Roboterphilosoph Oliver Bendel findet diese Entwicklung gefährlich. Denn noch wissen wir nicht, welche Folgen Sexroboter für uns Menschen haben, die empirische Forschung fehlt noch.“ (Website SRF) Er spricht sich nicht gegen die Entwicklung aus, sondern ist eben dafür, Forschung in diesem Bereich zu betreiben und die Anwendung genau im Auge zu behalten. In der „Kontext“-Sendung geht es zunächst um Harmony. „Wer ist sie und was kann sie?“ Dann wird die Frage gestellt: „Wie soll der Sexroboter aussehen?“ Oliver Bendel denkt laut über das Aussehen von Sexrobotern abseits der Stereotype nach. Schließlich findet ein „Gedankenspiel“ statt, und KI-Experte und Schachmeister David Levy, Roboterethikerin Kathleen Richardson und Roboterphilosoph Oliver Bendel kommen zu Wort. Weitere Informationen über www.srf.ch/sendungen/kontext/erotik-4-0-gedankenspiel-sexroboter.

Abb.: Wie soll der Sexroboter aussehen?

KI-Interview bei der Deutschen Welle

Die Deutsche Welle war Ende Mai 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Anlass war ein Treffen zwischen Angela Merkel und Experten für Künstliche Intelligenz. Der Informations- und Maschinenethiker empfiehlt eine Unterscheidung zwischen Forschung und Entwicklung auf der einen Seite und Anwendung auf der anderen. Er ist für die Freiheit der Forschung. Für ihn endet sie erst da, wo die Freiheit und Unversehrtheit von anderen beginnt, von Menschen und Tieren. Dagegen muss man nach seiner Ansicht die eine oder andere Anwendung von KI bereits jetzt einschränken, etwa dann, wenn Massenüberwachung stattfindet. Die Deutsche Welle über sich selbst auf ihrer Website: „Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands. In journalistischer Unabhängigkeit vermitteln wir ein umfassendes Deutschlandbild, stellen weltweite Ereignisse und Entwicklungen aus europäischer Perspektive dar, greifen deutsche und andere Sichtweisen auf. So fördern wir das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern. Zugleich schaffen wir einen Zugang zur deutschen Sprache.“ (Website Deutsche Welle) Das Interview kann über www.dw.com/de/jetzt-machen-wir-gro%C3%9Fartige-spr%C3%BCnge/a-43964092 aufgerufen werden.

Abb.: Da muss KI im Spiel sein!

Die Industrie wird uns nicht sterben lassen

In der SonntagsZeitung vom 20. Mai 2018 ist ein umfangreiches Interview mit Oliver Bendel erschienen, nebst Informationen zu einer Robotik- und KI-Konferenz, die unlängst in Stuttgart am Fraunhofer IPA stattfand. Der Beitrag von Joachim Laukenmann mit dem Titel „Die Industrie wird uns nicht sterben lassen, denn wir sollen ihre Produkte kaufen“ kann hier heruntergeladen werden. Im Interview geht es vor allem um Kooperations- und Kollaborationsroboter, auch Co-Robots oder Cobots genannt, aus Sicht der Ethik. Oliver Bendel erklärte im Wirtschaftslexikon von Gabler Springer: „Kooperations- und Kollaborationsroboter sind moderne Industrieroboter, die mit uns Schritt für Schritt an einem gemeinsamen Ziel (Kooperationsroboter) bzw. Hand in Hand an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, wobei wiederum ein bestimmtes Ziel gegeben ist (Kollaborationsroboter). Sie nutzen dabei ihre mechanischen und sensorischen Fähigkeiten und treffen Entscheidungen mit Blick auf Produkte und Prozesse im Unternehmen bzw. in der Einrichtung.“ Am Ende des Interviews äußert Oliver Bendel auch Kapitalismuskritik. Er ist für eine Reichensteuer und für ein bedingungsloses Grundeinkommen. Die Robotersteuer muss nach seiner Ansicht diskutiert werden, hat aber mehr Nach- als Vorteile.

Abb.: Eine Maschine

Die göttliche Maschine

Ein ehemaliger Google-Mitarbeiter, Anthony Levandowski, hat eine Bewegung gegründet, „Way of the Future“ genannt. Die Maschine (bzw. die künstliche Intelligenz) wird zu einem Gott gemacht. Der Schritt des Experten für selbstfahrende Autos ist durchaus konsequent. Einige Firmen im Silicon Valley haben engen Kontakt zu den Kirchen. Sie lassen sich von ihnen beraten, wie man Menschen für sich gewinnt und von einer Sache überzeugt. Insbesondere sollen die Mitarbeitenden vorbehaltlos an das Unternehmen glauben, bei dem sie arbeiten. Aber auch an die Kunden richtet sich die Heilsbotschaft. Sie sollen vor allem an das Produkt glauben. Interessant ist, dass Rechte für die Maschinen bzw. die KI gefordert werden: „In ‚recent‘ years, we have expanded our concept of rights to both sexes, minority groups and even animals, let’s make sure we find a way for ‚machines‘ to get rights too.“ (Website WOTF) Diese Idee ist einige Jahrzehnte alt, und in Roboterethik und Technikphilosophie ist es nicht gelungen, dafür eine überzeugende Begründung zu finden. Maschinen haben nichts, was Rechte entstehen lassen könnte, etwa Empfindungs- und Leidensfähigkeit. Die Frage ist zudem, ob man Göttern Rechte zusprechen muss, oder ob sie sich diese, gerade wenn sie real sind, nicht einfach nehmen. Interessant ist auch, dass das Menschenwerk nicht wie in anderen Religionen geleugnet, sondern explizit gemacht wird: Die Erschaffung von Gott ist Programm.

Abb.: Die göttliche Maschine

KI in der APuZ

Die Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte widmet sich in ihrer Ausgabe 6-7/2018 der Künstlichen Intelligenz, der Robotik und der Maschinenethik. Die Beträge stammen u.a. von Prof. Dr. Rául Rojas und Thea Dorn („Die können was! Aber können Roboter auch fühlen?“), Prof. Dr. Catrin Misselhorn („Können und sollen Maschinen moralisch handeln?“) sowie Prof. Dr. Oliver Bendel („Überlegungen zur Disziplin der Maschinenethik“). Aus Politik und Zeitgeschichte, die Beilage zur Wochenzeitung Das Parlament, wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben. „Sie veröffentlicht wissenschaftlich fundierte, allgemein verständliche Beiträge zu zeitgeschichtlichen und sozialwissenschaftlichen Themen sowie zu aktuellen politischen Fragen. Die Zeitschrift ist ein Forum kontroverser Diskussion, führt in komplexe Wissensgebiete ein und bietet eine ausgewogene Mischung aus grundsätzlichen und aktuellen Analysen.“ (Website APuZ) Weitere Informationen und Zugriff auf die Beiträge über www.bpb.de/apuz/.

Vortrag zum Human Brain Project

„Trotz einiger spektakulärer Erfolge bleiben die heutigen Systeme künstlicher Intelligenz weit hinter den in sie gesetzten Erwartungen zurück. Neue Impulse erhoffen sich Wissenschaftler durch den Start von Großforschungsprojekten wie dem europäischen ‚Human Brain Project‘. Dessen Ziel ist eine möglichst präzise elektronische Simulation des menschlichen Gehirns. Dazu bündeln sie das gesamte heute vorhandene Wissen über neuronale Verschaltungen und versuchen es, in Algorithmen zu transformieren.“ (Website Daimler und Benz Stiftung) So die Ankündigung eines Vortrags von Dr. Florian Röhrbein (Lehrstuhl für Echtzeitsysteme und Robotik der TU München) durch die Daimler und Benz Stiftung. „Dank solcher ‚Gehirn-inspirierter Kontrollstrukturen‘ sollen völlig neuartige Neuroroboter entstehen. Sie werden nicht nur wesentlich intelligenter sein, sondern könnten auch aktiv auf ihre Umgebung einwirken. In seinem Vortrag wird Röhrbein den aktuellen Stand der Forschung erläutern sowie mit den Zuhörern über ethische Aspekte und gesellschaftliche Auswirkungen dieser Entwicklung diskutieren.“ (Website Daimler und Benz Stiftung) Der Vortrag findet am 22. Februar 2018 im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart statt. Weitere Informationen über www.daimler-benz-stiftung.de.

Abb.: Neuartige Neuroboter sollen die Zukunft sein

Auslaufmodell Mensch?

„Der Traum, gottgleich etwas zu schaffen, ist dem Menschen eigen. Schon in der menschlichen Ideengeschichte gab es immer beides: Utopie und Dystopie. Mit Hilfe von Computern … ist es gelungen, eine künstliche Intelligenz zu kreieren, die uns nicht nur beim Go oder Pokern schlägt oder als Sprachassistentin behilflich ist.“ Die Debatte um KI-gesteuerte Waffen, menschenähnliche Roboter oder selbstfahrende Autos zeige, „dass hier auch neue grundlegende ethische Fragen aufgeworfen werden“. „Die Sendung will Fakten und Einsichten zum Thema liefern.“ (Website MDR Kultur) So MDR Kultur in der Ankündigung der Sendung „Auslaufmodell Mensch – wird uns die künstliche Intelligenz überflügeln?“ vom 24. Januar 2018. Zu Wort kam am Ende der Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW. Die einzelnen Beiträge können über die Website des MDR aufgerufen werden.

Abb.: Auslaufmodell Mensch?

Ausgewählte Artefakte der Maschinenethik

Zu den Partnerinnen der Maschinenethik zählen Robotik und KI, zudem die Informatik im weiteren Sinne. Zur Wirtschaftsinformatik, zwischen Informatik und Betriebswirtschaftslehre angesiedelt, sieht Prof. Dr. Oliver Bendel ebenfalls Bezüge: Maschinenethik bringt wie sie Artefakte (auch für wirtschaftliche Zusammenhänge) hervor und verwendet wie sie Modellierungen. In seiner bisherigen Arbeit an der Hochschule für Wirtschaft FHNW hat er sich auf einfache moralische Maschinen konzentriert. Diese folgen einigen einfachen Regeln, sind in überschaubaren Situationen tätig und lernen allenfalls insofern hinzu, als sie den Benutzer besser einschätzen können. Ihre Moral verändern sie nicht. In seinem Artikel „Ausgewählte Artefakte der Maschinenethik“, erschienen am 16. Januar 2017 in ICTkommunikation, stellt Oliver Bendel die bisherigen Ergebnisse kurz vor. Abschließend skizziert er ein geplantes Projekt. Der Artikel ist über ictk.ch/inhalt/ausgew%C3%A4hlte-artefakte-der-maschinenethik abrufbar.

Abb.: Auch das ist ein Artefakt

Eine gesellschaftliche und politische Revolution

WIR KAUFLEUTE ist das Magazin des Kaufmännischen Verbandes Zürich. In der Ausgabe von Januar und Februar 2018 geht es um Künstliche Intelligenz und Robotik. In der Inhaltsübersicht findet sich ein Hinweis auf ein Interview mit dem Wirtschaftsinformatiker, Maschinenethiker und Informationsethiker Oliver Bendel: „Wenn Roboter und KI-Systeme uns Arbeit abnehmen, genügen für uns womöglich künftig vier, fünf Stunden Arbeitszeit am Tag. Vielleicht muss auf die digitale Revolution, die im Kern eine wirtschaftliche ist, eine gesellschaftliche und politische folgen, sagt der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker OLIVER BENDEL.“ (WIR KAUFLEUTE, 1/2 2018) Das Interview selbst ist auf den Seiten 4 und 5 abgedruckt, unter dem Titel „Künstliche Intelligenz wird uns nicht auslöschen“. Zu Wort kommt zudem Roland Siegwart vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme der ETH Zürich. Das gesamte Heft kann über www.kfmv-zuerich.ch/data/docs/de_CH-1996/31072/WK-MAGAZIN-01-02-2018.pdf heruntergeladen werden.

Abb.: Am Flughafen Zürich