Schlagworte: Liebespuppen

Porno- und Sexindustrie aus ethischer Sicht

„Die Digitalisierung bedeutet für die verschiedensten Branchen Veränderungen. So auch für die Porno- und Sexindustrie. Wir haben uns gefragt, was das für die Menschen bedeutet, die in diesem Bereich arbeiten, und wie sie mit diesen Entwicklungen umgehen. Darum haben wir mit Aviva Rocks gesprochen, Pornodarstellerin und Cam-Girl, die uns über ihre Erfahrungen berichtete. Gleichzeitig verändert sich mit der Branche auch der Konsum. Oliver Bendel ist Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph und erzählt, warum es wichtig ist, auch einer virtuellen Fantasie Grenzen zu setzen.“ (Tsüri.ch, 19. November 2019) Mit diesen Worten wird ein Video eingeleitet, das bei Tsüri.ch erschienen ist, dem audiovisuellen Zürcher Magazin, und bei Kapaw, einem Genfer Start-up. Adelina Gashi und Anna Kreidler trafen Oliver Bendel im Impact Hub Zürich – Colab. Im obersten Stock machten sie es sich mit Kamera und Mikrofon gemütlich und sprachen über Liebespuppen, Sexroboter und VR-Pornos. Hier geht es direkt zum Beitrag auf Tsüri.ch.

Abb.: Er hat Ähnlichkeit mit Henry von Realbotix

Die Vermehrung der Liebespuppen

„Liebespuppen (engl. ‚love dolls‘) unterscheiden sich von klassischen Gummipuppen durch ihre lebensechte Gestaltung. Sie haben Kopf und Körper, die täuschend echt anzusehen sind. Sie haben künstliche Haut, unter der sich Gel befindet, sodass sich ihre Gliedmaßen echt anfühlen. An ausgewählten Stellen erwärmen sie sich oder sondern sie Flüssigkeit ab. Metallskelette erlauben unterschiedliche Positionen. Man kann Liebespuppen kaufen, um sie zuhause zu benutzen, man kann sie mieten, stunden- oder tageweise, oder in speziellen oder normalen Etablissements antreffen. Die meisten von ihnen sind Mädchen und Frauen nachempfunden, nur wenige dem männlichen Geschlecht.“ So beginnt ein neuer Beitrag im Gabler Wirtschaftslexikon, verfasst von Oliver Bendel. Interessanterweise werden Fantasy- und Comicfiguren von manchen Männern gezielt gesucht bzw. bevorzugt. „Wie weit die Abweichung vom Menschen gehen darf, ist weitgehend unerforscht. Ist jemand bereit, sich sexuell mit Daisy Duck oder Minnie Mouse einzulassen? Es könnte sein, dass für die Mehrheit hier eine Grenze überschritten wäre, zumal es sich für Erwachsene vielfach um Figuren aus der Kindheit handelt.“ Der Beitrag ist am 7. August 2019 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/liebespuppen-121148 heruntergeladen werden.

Abb.: Wer ist echt?

Welt-Interview zur Maschinenethik

Am 21. Februar 2019 traf sich Dr. Norbert Lossau mit Prof. Dr. Oliver Bendel, dem Wirtschaftsinformatiker, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, im ehrwürdigen Journalistenclub der Welt in der Axel-Springer-Straße in Berlin. Es entspann sich ein langes Gespräch über die Maschinenethik und ihre Anwendungsfelder. Die Maschinenethik erforscht die maschinelle Moral und bringt moralische Maschinen hervor. Die eine wie die andere Bezeichnung, „maschinelle Moral“ wie „moralische Maschine“, ist ein Terminus technicus. Die heutige maschinelle Moral hat mit der menschlichen einfach bestimmte Aspekte gemein. So kann eine moralische Maschine beispielsweise moralische Regeln befolgen. Intuition oder Empathie hat sie nicht, genauso wenig Bewusstsein oder gar Selbstbewusstsein. Die Maschinenethik richtet sich auf Serviceroboter, Kampfroboter und Chatbots, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Auch Sexroboter und Liebespuppen erregen ihr Interesse, und natürlich kam man auch auf dieses Thema zu sprechen. Das Interview ist am 26./27. April 2019 in der Welt erschienen, in gedruckter und elektronischer Form, in deutscher und englischer Sprache. Die deutsche Onlineversion kann über www.welt.de/wissenschaft/plus192492361/Maschinenethik-An-diese-Spielregeln-sollten-sich-Sexpuppen-halten.html abgerufen werden.

Abb.: Eine Schaufensterpuppe

Über Liebespuppen in der Schweiz

Unter der Überschrift “Die Maschine als Gespielin” berichtete die SonntagsZeitung am 21. Oktober 2018 über den zunehmenden Gebrauch von Liebespuppen und die Weiterentwicklung von Sexrobotern. Ein ähnlicher Artikel war bereits am 29. September des Jahres in der Süddeutschen Zeitung erschienen. Oliver Bendel und Christian Weber hatten sich im Münchner Excelsior am Hauptbahnhof getroffen und waren von dort in Gedanken nach Dortmund gereist, wo sich das Bordoll befindet, und nach Barcelona und Moskau. Auch in der Schweiz, erzählte der Informations- und Maschinenethiker aus Zürich, legt sich das eine oder andere Etablissement eine Liebespuppe zu. Beispiele sind das Studio Elite in Luzern, die OltenGirls in Olten und der Lust-Tempel in Wohlen. Die Bereitstellung und Nutzung von Liebespuppen muss nach seiner Meinung erforscht werden, wie auch die Frage, ob man sie in Pflege und Therapie einsetzen kann. Der Beitrag in der SonntagsZeitung kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Auch in der Schweiz verbreiten sich Liebespuppen

Liebesgrüße aus Moskau

In Barcelona, Dortmund, Paris und Moskau gibt es bereits Bordelle mit Liebespuppen. Angezogen werden vor allem jüngere Männer. Einige von ihnen wählen Anime- und Mangamädchen und Fantasiefiguren aller Art. Im „Handbuch Maschinenethik“ (Springer) ist Mitte Juli 2018 ein Beitrag von Oliver Bendel erschienen, mit dem Titel „Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik“. Aus der Zusammenfassung: „Dieser Beitrag erklärt zunächst die Begriffe der Sexroboter und der Liebespuppen. Dann stellt er aus Perspektive der Maschinenethik sowohl allgemeine als auch spezifische Fragen und beantwortet sie vorläufig. Anschließend werden die Bereichsethiken einbezogen, um die Implikationen für die involvierten Parteien und die tangierten Personen, für Anbieter, Vermittler und Benutzer, herauszuarbeiten. Am Ende fasst der Autor die Ergebnisse zusammen.“ (Website Springer) Eingegangen wird auch auf Liebespuppen, die spitze Ohren bzw. große Augen oder aber natürlichsprachliche Fähigkeiten haben und mit KI-Systemen verbunden sind. Eine Übersicht über die Beiträge, die laufend elektronisch veröffentlicht werden, findet sich über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 … Herausgeber des umfangreichen Werks ist Oliver Bendel.

Abb.: Fantasiefiguren sind hoch im Kurs