Schlagworte: Maschinenethik

Liebesgrüße aus Moskau

In Barcelona, Dortmund, Paris und Moskau gibt es bereits Bordelle mit Liebespuppen. Angezogen werden vor allem jüngere Männer. Einige von ihnen wählen Anime- und Mangamädchen und Fantasiefiguren aller Art. Im „Handbuch Maschinenethik“ (Springer) ist Mitte Juli 2018 ein Beitrag von Oliver Bendel erschienen, mit dem Titel „Sexroboter aus Sicht der Maschinenethik“. Aus der Zusammenfassung: „Dieser Beitrag erklärt zunächst die Begriffe der Sexroboter und der Liebespuppen. Dann stellt er aus Perspektive der Maschinenethik sowohl allgemeine als auch spezifische Fragen und beantwortet sie vorläufig. Anschließend werden die Bereichsethiken einbezogen, um die Implikationen für die involvierten Parteien und die tangierten Personen, für Anbieter, Vermittler und Benutzer, herauszuarbeiten. Am Ende fasst der Autor die Ergebnisse zusammen.“ (Website Springer) Eingegangen wird auch auf Liebespuppen, die spitze Ohren bzw. große Augen oder aber natürlichsprachliche Fähigkeiten haben und mit KI-Systemen verbunden sind. Eine Übersicht über die Beiträge, die laufend elektronisch veröffentlicht werden, findet sich über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 … Herausgeber des umfangreichen Werks ist Oliver Bendel.

Abb.: Fantasiefiguren sind hoch im Kurs

Maschinenethik und Philosophie

Im „Handbuch Maschinenethik“, herausgegeben von Oliver Bendel, ist Anfang Juli 2018 ein Beitrag von Catrin Misselhorn erschienen, mit dem Titel „Maschinenethik und Philosophie“. Die Zusammenfassung: „Die Maschinenethik ist ein Forschungsgebiet an der Schnittstelle von Philosophie und Informatik. Dieser Beitrag beschäftigt sich zum einen mit den philosophischen Grundbegriffen und Voraussetzungen der Maschinenethik. Diese sind von besonderer Bedeutung, da sie Fragen aufwerfen, die die Möglichkeit der Maschinenethik teilweise grundsätzlich in Zweifel ziehen. Zum zweiten werden die verschiedenen Rollen der Philosophie auf unterschiedlichen Ebenen innerhalb der Maschinenethik thematisiert und die methodologische Umsetzung dieses interdisziplinären Forschungsprogramms dargelegt.“ (Website Springer) Eine Übersicht über die Beiträge, die laufend elektronisch veröffentlicht werden, findet sich über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2 … Das gedruckte Buch kommt in wenigen Monaten heraus.

Abb.: Die Maschinenethik gestaltet Maschinen mit

Brauchen Roboter eigentlich Moral?

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift cooperativ (2/18) widmet man sich der Frage, ob Roboter Moral brauchen. Oliver Bendel zeigt seit einigen Jahren, wie maschinelle Moral entsteht, aus der Maschinenethik heraus, in Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz und Robotik. Ob Roboter Moral brauchen, muss von Fall zu Fall entschieden werden. Es bieten sich Stellvertretermaschinen mit einer Stellvertretermoral an, die der Besitzer oder Benutzer mit Hilfe eines Moralmenüs erzeugen kann, mit einer gewissen Freiheit, die auf der einen Seite von Voreinstellungen, auf der anderen Seite von Verordnungen und Gesetzen eingeschränkt wird. Stellvertretermaschinen dieser Art können in geschlossenen oder halboffenen Umgebungen unterwegs sein, etwa als Staubsaugerroboter im Haushalt oder als Sicherheitsroboter auf dem Betriebsgelände. Oliver Bendel kommt in dem Beitrag von Hermann Fritzl ebenso zu Wort wie Matthias Scheutz von der Tufts University School of Engineering und Bertram F. Malle von der Brown University. Der Artikel mit dem Titel „Brauchen Roboter Moral?“ kann über issuu.com/cooperativ_oegv/docs/cooperativ_02_18_web aufgerufen werden. Zudem steht er hier als PDF zur Verfügung.

Abb.: Roboter in Aktion

Neuer Beitrag im Buch zur Maschinenethik

Ende Juni 2018 ist der siebte Beitrag im Handbuch zur Maschinenethik bei Springer erschienen. Er stammt von Oliver Bendel, der auch der Herausgeber ist, und trägt den Titel „Pflegeroboter aus Sicht der Maschinenethik“. Er geht u.a. von Ergebnissen aus dem Buchbeitrag „Surgical, Therapeutic, Nursing and Sex Robots in Machine and Information Ethics“ aus, der 2015 im Springer-Buch „Machine Medical Ethics“ veröffentlicht wurde, erweitert die Fragestellungen zu Pflegerobotern und vertieft die Diskussion darüber. Seit Ende 2016 sitzen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an ihren Kapiteln zum „Handbuch Maschinenethik“. Ende 2018 soll das gedruckte Werk erscheinen. Mit dabei sind etwa Luís Moniz Pereira aus Lissabon, einer der bekanntesten Maschinenethiker der Welt, und Roboterethikerin Janina Loh, die in Wien mit Mark Coeckelbergh zusammenarbeitet. Ein Beitrag der Stuttgarter Philosophin Catrin Misselhorn, die ebenfalls einen hervorragenden Ruf in der Disziplin hat, kommt in wenigen Tagen heraus. Eine Übersicht über die Beiträge, die laufend elektronisch veröffentlicht werden, findet sich über link.springer.com/referencework/10.1007/978-3-658-17484-2

Abb.: Welche moralischen Regeln soll man dem Pflegeroboter beibringen?

Moralmenü (MOME) für LADYBIRD

LADYBIRD, der tierfreundliche Staubsaugerroboter, wurde 2014 erdacht und 2017 an der Stanford University (AAAI Spring Symposia) vorgestellt und dann an der School of Business FHNW als Prototyp umgesetzt. Im Kontext des Projekts wurde ein Menü vorgeschlagen, mit welchem der Benutzer die Moral des Staubsaugerroboters einstellen kann. Dieser verschont, wie der Name andeutet, Marienkäfer. Auch Spinnen sollte er am Leben lassen. Wer aber zum Beispiel partout bestimmte Insekten einsaugen lassen will, könnte dies über ein Menü festlegen. Wichtig ist, dass LADYBIRD insgesamt tierfreundlich bleibt. Über das Menü wird, so war die Idee, eine Stellvertretermoral im Detail entwickelt. Der Staubsaugerroboter als Stellvertretermaschine macht das, was der Besitzer auch machen würde. 2018 kam das Moralmenü (MOME) für LADYBIRD als Designstudie auf die Welt. Dieses kann man mit weiteren Ansätzen und Technologien koppeln. So könnte der Benutzer erfahren, wie andere entschieden haben, und wie die persönliche Moral, die er auf die Maschine übertragen hat, eingeschätzt wird. Auch könnte er gewarnt und aufgeklärt werden, wenn er nicht nur Ungeziefer, sondern auch Spinnen einsaugen lassen will.

Abb.: Moralmenü für LADYBIRD

Tiere haben Rechte, Roboter nicht

Der Artikel „Haben Roboter Rechte?“ von Oliver Bendel aus der Zeitschrift Edison (Ausgabe 2/2018) kann hier heruntergeladen werden. Die zuständige Disziplin für diese Frage ist die Roboterethik (bzw. die Roboterphilosophie). Während sich die Maschinenethik auf die maschinelle Moral und damit allenfalls verbundene Pflichten oder Verpflichtungen konzentriert, interessiert sich die Roboterethik auch für moralische Rechte von Maschinen, insbesondere von Robotern. Schon vor Jahrzehnten hat man über diese Frage nachgedacht, doch in letzter Zeit gibt es diesbezügliche Überlegungen und Forderungen, denen man als Ethiker etwas entgegensetzen muss. Denn Oliver Bendel ist der Meinung, dass Roboter keine Rechte haben, haben werden und haben sollen. In seinen Ausführungen zieht er Vergleiche mit Menschen, Tieren und Pflanzen (Tiere haben Rechte, Pflanzen nicht). Er erwähnt in „Haben Roboter Rechte?“ auch Sophia, den humanoiden Roboter, dem in Saudi-Arabien die Staatsbürgerschaft verliehen wurde. Ihr wird in Edison zudem ein eigener Beitrag gewidmet.

Abb.: Tiere haben Rechte

KI-Interview bei der Deutschen Welle

Die Deutsche Welle war Ende Mai 2018 im Gespräch mit Oliver Bendel. Anlass war ein Treffen zwischen Angela Merkel und Experten für Künstliche Intelligenz. Der Informations- und Maschinenethiker empfiehlt eine Unterscheidung zwischen Forschung und Entwicklung auf der einen Seite und Anwendung auf der anderen. Er ist für die Freiheit der Forschung. Für ihn endet sie erst da, wo die Freiheit und Unversehrtheit von anderen beginnt, von Menschen und Tieren. Dagegen muss man nach seiner Ansicht die eine oder andere Anwendung von KI bereits jetzt einschränken, etwa dann, wenn Massenüberwachung stattfindet. Die Deutsche Welle über sich selbst auf ihrer Website: „Die Deutsche Welle (DW) ist der Auslandssender Deutschlands. In journalistischer Unabhängigkeit vermitteln wir ein umfassendes Deutschlandbild, stellen weltweite Ereignisse und Entwicklungen aus europäischer Perspektive dar, greifen deutsche und andere Sichtweisen auf. So fördern wir das Verständnis zwischen den Kulturen und Völkern. Zugleich schaffen wir einen Zugang zur deutschen Sprache.“ (Website Deutsche Welle) Das Interview kann über www.dw.com/de/jetzt-machen-wir-gro%C3%9Fartige-spr%C3%BCnge/a-43964092 aufgerufen werden.

Abb.: Da muss KI im Spiel sein!

Machine Ethics and Artificial Intelligence

The young discipline of machine ethics refers to the morality of semi-autonomous and autonomous machines, robots, bots or software systems. They become special moral agents, and depending on their behavior, we can call them moral or immoral machines. They decide and act in situations where they are left to their own devices, either by following pre-defined rules or by comparing their current situations to case models, or as machines capable of learning and deriving rules. Moral machines have been known for some years, at least as simulations and prototypes. Machine ethics works closely with artificial intelligence and robotics. The term of machine morality can be used similarly to the term of artificial intelligence. Oliver Bendel has developed a graphic that illustrates the relationship between machine ethics and artificial intelligence. He presented it at conferences at Stanford University (AAAI Spring Symposia), in Fort Lauderdale (ISAIM) and Vienna (Robophilosophy) in 2018.

Fig.: The terms of machine ethics and artificial intelligence

Der BESTBOT in der Netzwoche

An der Hochschule für Wirtschaft FHNW sind seit 2013 im Kontext der Maschinenethik mehrere Hardware- und Softwareroboter entstanden. 2018 widmet man sich dem BESTBOT, einem Chatbot, der Probleme des Benutzers auf unterschiedliche Weise registrieren kann. Auf diesen geht Oliver Bendel in seinem Beitrag für die Netzwoche 9/2018 ein. Das vierte Artefakt soll demonstrieren, dass man bestimmte Probleme mit einer moralischen Maschine wie dem BESTBOT lösen kann, bestimmte Probleme durch diese aber auch erst entstehen. Man kann im Extremfall das eine oder andere Leben retten, aber man hat bis dahin Menschen observiert und analysiert, und zwar mit Hilfe von Gesichtserkennung. Sicherheit oder Freiheit, das ist auch hier die Frage. Ein Anforderungskatalog wurde bereits erstellt. Im Moment wird der Quellcode von GOODBOT und LIEBOT ausgewertet. Beide Systeme sollen verschmelzen und mit Gesichtserkennung ergänzt werden. Die Konzeption wurde Ende März an der Stanford University vorgestellt. Im Spätsommer liegen die Ergebnisse vor. Der Beitrag kann hier abgerufen werden.

Abb.: Der BESTBOT

Symposium in Helsinki on Moral Machines

„Moral Machines? The Ethics and Politics of the Digital World“ is a symposium organized by two research fellows, Susanna Lindberg and Hanna-Riikka Roine at the Helsinki Collegium for Advanced Studies. „The aim of the symposium is to bring together researchers from all fields addressing the many issues and problems of the digitalization of our social reality, such as thinking in the digital world, the morality and ethics of machines, and the ways of controlling and manipulating the digital world.“ (Website Symposium) The symposium will take place in Helsinki from 6 to 8 March 2019. It welcomes contributions addressing the various aspects of the contemporary digital world. The organizers are especially interested „in the idea that despite everything they can do, the machines do not really think, at least not like us“. „So, what is thinking in the digital world? How does the digital machine ‚think‘?“ (Website Symposium) Proposals can be sent to the e-mail address moralmachines2019@gmail.com by 31 August 2018. Decisions will be made by 31 October 2018. Further information is available on https://blogs.helsinki.fi/moralmachines/.