Schlagworte: Medizin

Von Mensch und Maschine

Eine öffentliche Sitzung der österreichischen Bioethikkommission trägt den Titel „Von Mensch und Maschine: Roboter in der Pflege“. Sie findet am 2. Mai 2016 im Bundeskanzleramt in Wien statt. Es tragen nach der Eröffnung von Dr. Christiane Druml (Vorsitzende der Bioethikkommission) vor: Prof. Dr. Oliver Bendel, Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut für Wirtschaftsinformatik („Die Maschine in der Moral“), Prof. Dr. Mark Coeckelbergh, Universität Wien, Institut für Philosophie („Machine ethics in healthcare“), Prof. Dr. Michael Decker, Karlsruhe Institut für Technologie, Institut für Philosophie („Einsatz von Robotern in der Pflege – empirische Erfahrungen“), Prof. Dr. Jutta Weber, Universität Paderborn, Institut für Medienwissenschaften („Maschinelle Versorgung: Die impliziten Werte der sozialen Robotik und ihre gesellschaftlichen Konsequenzen“) und Markus Wohlmannstetter, MSc., Anästhesiologische Intensivstation 1B, Krankenanstalt Rudolfstiftung („Einsatz von Robotern in der Pflege – aus der Sicht der Pflege“). Das „Wrap-up“ verantwortet Prof. Dr. Ina Wagner, Mitglied der Bioethikkommission. Weitere Informationen über den Flyer zur Veranstaltung.

Bett

Abb.: Das Bett bleibt nicht leer

Sollen uns Roboter pflegen?

Unter diesem Titel ist am 9. September 2015 ein Artikel von Oliver Bendel in der Zeitschrift IT for Health erschienen. Operations-, Pflege- und Therapieroboter verbreiten sich immer mehr. Zwei Studierende an der Hochschule für Wirtschaft FHNW, Christine Fahlberg und David Wenger, haben in einem Forschungsbeitrag im Rahmen eines Masterstudiengangs untersucht, ob Patienten unter bestimmten Umständen lieber von Maschinen als von Menschen betreut und begleitet werden wollen. Tatsächlich scheint dies der Fall zu sein, wenn Privat- und Intimsphäre geschützt werden können, wenn man etwa vom Pflegeroboter im Intimbereich gewaschen wird. Als Gesprächspartner und Kontaktperson lehnt man diesen eher ab. Die Perspektive der Patienten wird in einschlägigen Studien selten eingenommen, und überhaupt sind Würde, Intim- und Privatsphäre sowie Datensicherheit kaum ein Thema, auch wenn es immer wieder ethische Betrachtungen gibt. Der Artikel fasst die Ergebnisse der beiden Masterstudierenden zusammen und kündigt weitere Untersuchungen an, bei denen auch die Maschinenethik eine Rolle spielen soll. Informationen zum Heft sind über www.netzmedien.ch/de-CH/medien-plattformen/itforhealth verfügbar. Eine Onlineversion ist in der Netzwoche über www.netzwoche.ch/de-CH/News/2015/09/10/E-Health-Prozesse-auf-dem-Operationstisch.aspx erschienen.

CareAbb.: Im Health Care geht es auch um moralische, sittliche und soziale Werte

Machine Medical Ethics

Im September 2014 erscheint das Buch „Machine Medical Ethics“, herausgegeben von Simon Peter van Rysewyk und Matthijs Pontier. Es ist einem Teilgebiet der Maschinenethik und der Medizinethik gewidmet. In der Ankündigung von Springer heißt es: „The essays in this book, written by researchers from both humanities and science, describe various theoretical and experimental approaches to adding medical ethics to a machine, what design features are necessary in order to achieve this, philosophical and practical questions concerning justice, rights, decision-making and responsibility in medical contexts, and accurately modeling essential physician-machine-patient relationships.“ Es werden Fragen dieser Art aufgeworfen: „What theory or theories should constrain medical machine conduct? What design features are required? Should machines share responsibility with humans for the ethical consequences of medical actions? How ought clinical relationships involving machines to be modeled? Is a capacity for empathy and emotion detection necessary?“ Oliver Bendel geht auf „Surgical, Therapeutic, Nursing and Sex Robots in Machine and Information Ethics“ ein. Weitere Essays von KI-Experten, Robotikern, Informatikern und Philosophen sind „Do Machines Have Prima Facie Duties?“, „Moral Ecology Approaches to Machine Ethics“ und „Ethics of Robotic Assisted Dying“. Der Herausgeberband kann bei Springer bestellt werden.

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Abb.: Cover des Buchs „Machine Medical Ethics“