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Bremsen für Haus- oder für Wildtiere?

„Klett News Ethik und Philosophie“, der Newsletter des Schulbuchverlags, untersucht in der aktuellen Ausgabe (Mai 2017) „Die Moral in der Maschine“. Das Buch mit dem gleichlautenden Titel von Prof. Dr. Oliver Bendel kam 2016 bei Heise Medien heraus. Der Newsletter enthält Material aus diesem Buch und anderen Quellen, etwa aus dem Massachusetts Institute of Technology (MIT). Es wird vor allem auf autonomes Fahren aus Sicht der Maschinenethik eingegangen. Entstanden sind drei Arbeitsblätter für die Klassen 10 bis 12/13 und eine Unterrichtsidee zur „moral machine“ der Hochschule in Cambridge. Zudem sind Links – z.B. zu maschinenethik.net – und Literaturhinweise (etwa zur Kurzgeschichte „Sally“ von Isaac Asimov) enthalten. Im Vorwort spricht Dr. Peter Ley auch die Forschung von Oliver Bendel zu Maschinen und Tieren im Rahmen von Maschinenethik und Tierethik sowie der Mensch-Maschine-Interaktion an und skizziert ein spezielles Problem: „Was bedeutet es, wenn das Programm das Bremssystem für unsere geliebten Haustiere aktiviert, nicht aber für Fuchs und Hase?“ Weitere Informationen über www.klett.de.

Abb.: Schutz von Haus- oder von Wildtieren?

Am Anfang war der Sex

„Was hat Sex mit Technologie zu tun?“ Das fragt Regula Freuler in einem zweiseitigen Artikel, der am 23. Oktober 2016 in der NZZ am Sonntag erschienen ist. „Am Anfang war der Sex, erst später kam die Liebe. So war das in der Geschichte der Menschheit. Die Geschichte der Technologie verläuft offenbar gleich: Seit Jahrzehnten wird an Maschinen und Computersystemen getüftelt, die unser Sexleben bereichern sollen, von Vibratoren bis zu Avataren. Dank künstlicher Intelligenz rückt die Sex-Tech-Industrie bald in eine neue Dimension vor: Sex-Roboter, die sich anfühlen wie ein Mensch und Dialoge führen können wie ein Mensch. Und was ist dann mit der Liebe? Werden wir Roboter lieben? Werden Roboter uns lieben?“ (NZZ am Sonntag, 23. Oktober 2016) Zu Wort kommen Oliver Bendel (Professor für Wirtschaftsinformatik, Informationsethik und Maschinenethik an der Hochschule für Wirtschaft FHNW), Kate Darling (Research Specialist am MIT Media Lab), Kathleen Richardson (Senior Research Fellow in Roboterethik an der De Montfort University), David Levy (Schachmeister und Computerexperte), Sherry Turkle (Professorin für Science, Technology and Society am MIT) und Eva Illouz (Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem). Der Beitrag wurde von der NZZ am Sonntag freundlicherweise zur Verfügung gestellt und kann hier heruntergeladen werden.

Moralische Maschinen aus dem MIT

Die Maschinenethik ist eine junge, dynamische Disziplin. Insbesondere in den USA werden Konferenzen durchgeführt, Fachbücher veröffentlicht und Plattformen aufgebaut. Auch in Holland, England, Polen und in der Schweiz ist man aktiv. „Welcome to the Moral Machine!“ heißt es auf einer Website des MIT. „A platform for gathering a human perspective on moral decisions made by machine intelligence, such as self-driving cars.“ (Website MIT) Und weiter: „We show you moral dilemmas, where a driverless car must choose the lesser of two evils, such as killing two passengers or five pedestrians. As an outside observer, you judge which outcome you think is more acceptable. You can then see how your responses compare with those of other people.“ Es geht also um moralische Entscheidungen autonomer Systeme, denen wiederum moralische Urteile von Menschen folgen sollen. Damit verweist man auf eine lange Tradition von Gedankenexperimenten, die bereits in der Antike beliebt waren und mit dem Trolley-Problem und dem Fetter-Mann-Problem mit Blick auf Fahrzeuge und Menschen einschlägig wurden. Nun gibt es inzwischen einige Plattformen, die Dilemmata visuell aufbereiten, und auch das SRF hat sich Verdienste in diesem Bereich erworben. Besonders ist freilich folgende Option: „If you’re feeling creative, you can also design your own scenarios, for you and other users to browse, share, and discuss.“ Weitere Informationen über http://moralmachine.mit.edu/.

Tramway

Abb.: Berühmt ist das Trolley-Problem