Schlagworte: Pflegeroboter

Pflegerobotik im Parlamentsfernsehen

Das öffentliche Fachgespräch zu Pflegerobotern am 20. Februar 2019 im Deutschen Bundestag zog zahlreiche Besucher an. Auch Politiker von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP waren durchgehend anwesend. Robotikerin Dr. Birgit Graf sprach über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nahm eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ war der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel. Der Informations- und Maschinenethiker stellte Prototypen und Produkte vor und vor diesem Hintergrund verschiedene Überlegungen aus Sicht von Informationsethik und Maschinenethik an. Auch auf den moralisierten Nao von Michael Anderson, Susan L. Anderson und Vincent Berenz ging er ein. Das Programm kann hier nachgelesen, ein Bericht hier abgerufen werden. Das Parlamentsfernsehen strahlte die Aufzeichnung des Fachgesprächs am 22. Februar 2019 von 9.00 bis 11.45 Uhr aus.

Abb.: Kamera läuft

Über den Einsatz von Pflegerobotern

„Noch ist nicht ausgemacht, wohin, fest aber steht: Im Zuge der Digitalisierung verschieben sich Grenzen.“ So beginnt die Einführung von Andreas Vierecke in der neuen Ausgabe der Blätter der Wohlfahrtspflege (1/2019). „Was … zunächst einmal ansteht, ist die Notwendigkeit, uns in irgendeiner Weise zu den mit der Digitalisierung unabweisbar einhergehenden Herausforderungen zu verhalten und eine Strategie für die eigene Organisation zu entwickeln.“ (BdW 1/2019) Identifiziert werden müssen die konkreten Technologien, die konkreten Anwendungsfelder und die konkreten Herausforderungen. Das Spektrum ist breit, von einfachen Warnsystemen bis hin zu komplexen Robotern. „Über ethische Aspekte des Einsatzes von Pflegerobotern … hat sich Oliver Bendel Gedanken gemacht, von denen er in diesem Heft einige mit uns teilt.“ (BdW 1/2019) Weitere Informationen über www.nomos-elibrary.de/10.5771/0340-8574-2019-1/bdw-blaetter-der-wohlfahrtspflege-jahrgang-166-2019-heft-1.

Abb.: Eine menschliche Hand wird gereicht

Politik informiert sich über Pflegeroboter

Im Deutschen Bundestag widmet man sich am 20. Februar 2019 den Chancen und Risiken von Pflegerobotern. Robotikerin Dr. Birgit Graf spricht über „Potenziale und Grenzen der Robotik für die Pflege – Stand der Technik und Anwendung, Herausforderungen für Forschung und Entwicklung“, Pflegewissenschaftler Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler nimmt eine „Einordnung und Bewertung aus Sicht der Pflegewissenschaft“ vor. „Ethisch-normative Herausforderungen der Pflegerobotik“ ist der Titel des Vortrags von Prof. Dr. Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker. Daneben gibt es Kommentare aus der Perspektive der Technikfolgenabschätzung (Dr. Bettina-Johanna Krings, KIT/ITAS), der Forschungsförderung (Christine Weiß, VDI/VDE-IT), der Pflegeträger (Alexander Huhn, Caritas-Zentrum Garmisch-Partenkirchen) und der Pflegekräfte (Peter Tackenberg, Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK)). Die Einführung wird Dr. Christoph Kehl vom Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) halten. Das Programm kann hier heruntergeladen werden.

Abb.: Das Brandenburger Tor

Pflegeroboter im Fokus

„Hilf mir, Justin!“ lautet der Titel eines Beitrags von Sina Horsthemke im Magazin Focus-Gesundheit vom 23. Oktober 2018. Er beginnt mit folgenden Worten: „Obwohl Justin erst zehn Jahre alt ist, hat er die Kraft eines Erwachsenen. Seine blauen Arme sind so stark, dass er einen Kasten Bier tragen kann. Sie sind so lang, dass er Gegenstände aus 2,70 Meter Höhe greift. Trotz seiner 200 Kilo hält Justin auf seinen Rollen locker mit gehenden Menschen mit. Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wo Wissenschaftler den Roboter entwickelt haben, hat er alle Hände voll zu tun. Er übt für zukünftige Mars-Missionen. Und dafür, bald in einem Krankenhaus die Pflegekräfte zu unterstützen.“ Um Pflegeroboter geht es in dem vierseitigen, bebilderten Artikel, und zu Wort kommen u.a. Dr.-Ing. Alexander Dietrich (Leiter des „Smile“-Projekts am DLR in Oberpfaffenhofen bei München), Dr. rer. medic. Patrick Jahn (Leiter Stabsstelle Pflegeforschung am Universitätsklinikum Halle) und Prof. Dr. oec. HSG Oliver Bendel (Informations- und Maschinenethiker an der Hochschule für Wirtschaft FHNW in Brugg-Windisch). Das Heft kann über www.focus-magazin.de/focus-gesundheit bezogen werden.

Abb.: Unterstützung für Ärzte und Pfleger

Roboter gegen den Pflegenotstand?

Am 10. September 2018 wurde die Sendung „Pflege – Was kann sie leisten, was muss sich ändern?“ in Bayern 2 ausgestrahlt. Zu Wort kommt Oliver Bendel, Informations- und Maschinenethiker aus Zürich. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit Robotern in der Pflege. Er ist nicht der Meinung, dass diese den Pflegenotstand beheben können. Dafür braucht es andere Maßnahmen. Sie können aber die Pflegekraft unterstützen. Oliver Bendel hält es für wichtig, diese Perspektive einzunehmen und nicht ausschließlich auf den Patienten zu schauen. Natürlich ist dieser ebenso wichtig, und er ist sozusagen der Ausgangspunkt aller einschlägigen Strukturen und Prozesse. Für ihn bedeuten Pflegeroboter sowohl Vor- als auch Nachteile. Einerseits stärken sie seine persönliche Autonomie, machen ihn unabhängiger und beweglicher. Andererseits schwächen sie seine informationelle Autonomie. Manche der Roboter, die sich in Pflegeheimen und Krankenhäusern finden, verfügen über Kameras und Mikrofone und damit zusammenhängend über Gesichts- und Stimmerkennung. Das ist ebenso nützlich wie gefährlich. Der Podcast kann hier angehört werden.

Herausgeberband zu Robotern in der Pflege

Das Buch „Pflegeroboter“, herausgegeben von Oliver Bendel, bündelt technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. „Pflegeroboter, im Moment noch mehrheitlich Prototypen, unterstützen oder ersetzen menschliche Pflegekräfte bzw. Betreuer. Sie bringen Kranken und Alten die benötigten Medikamente und Nahrungsmittel, helfen beim Hinlegen und Aufrichten oder alarmieren den Notdienst. Vorteile von Pflegerobotern sind durchgehende Verwendbarkeit und gleichbleibende Qualität der Dienstleistung. Nachteile sind Kostenintensität (bei möglicher Amortisation) und Komplexität der Anforderungen. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Oliver Bendel trafen sich im September 2017 Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Disziplinen im Rahmen eines Ladenburger Diskurses der Daimler und Benz Stiftung, um über den aktuellen und künftigen Einsatz von Pflegerobotern zu sprechen und Forschungspotenziale zu identifizieren. Die Autoren gehen in ihren Beiträgen auch Fragen aus Wirtschafts-, Medizin- und Informationsethik nach: Wer trägt die Verantwortung bei einer fehlerhaften Betreuung und Versorgung durch die Maschine? Inwieweit kann diese die persönliche und informationelle Autonomie des Patienten unterstützen oder gefährden? Ist der Roboter eine Entlastung oder ein Konkurrent für Pflegekräfte? Antworten müssen von Wissenschaft und Gesellschaft gefunden werden.“ (Information Springer) Das Buch kommt im November 2018 in gedruckter Form und als Open-Access-Ausgabe heraus. Weitere Informationen über www.springer.com/de/book/9783658226978. Zur Verfügung steht auch ein Flyer.

Abb.: Im Alter sind oft Betreuung und Pflege notwendig

Pflegeroboter aus ethischer Sicht

Die 9. Landesenquete am 28. November 2017 in Kärnten widmet sich dem Thema „Menschen mit Behinderung und Robotics 4.0: Chancen & Risiken“. Prof. Dr. Robert Riener von der ETH Zürich spricht über „Robotik für Therapie und Assistenz – Möglichkeiten und Chancen“, Univ.-Doz. DI Dr. Michael Hofbaur von der Joanneum Research Forschungsgesellschaft über „Sichere Roboter – Herausforderungen im Kontext mit Menschen mit Behinderung“. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW geht auf „Assistenzsysteme und Pflegeroboter aus ethischer Sicht“ ein. Robert Riener hatte 2016 in Zürich den Cybathlon ausgerichtet, dessen Bilder um die ganze Welt gingen, Oliver Bendel als Ethiker den Wettkampf vor der Kamera kommentiert. Auf der Website der Stadt Villach heißt es: „Im Verlauf unserer Tagung wollen wir gemeinsam in die Zukunft blicken und uns mit der Frage beschäftigen, wie Roboter das Leben von Menschen mit Behinderung verändern können. Bringen diese modernen Technologien nur Vorteile oder gibt es auch ethische Aspekte zu berücksichtigen?“ Wichtig ist die Bemerkung, dass auch aus ethischer Perspektive Vorteile ausgemacht werden können – diese wird Oliver Bendel in seinem Vortrag ebenso wie die Nachteile darstellen.

Robotik und Gesundheit

Bei einer Abendveranstaltung der Organisation der Arbeitswelt (OdA) Gesundheit Bern referierte am 8. November 2017 Prof. Dr. Oliver Bendel zu Operations-, Therapie- und Pflegerobotern. Dabei nahm er sowohl die Perspektive der Informationsethik als auch der Maschinenethik ein. Aus der Maschinenethik heraus fragte er: Soll der Pflegeroboter deutlich machen, dass er nur eine Maschine ist? Muss er die Bedürfnisse und Parameter der Patienten berücksichtigen? Wie soll er auf Verunsicherung und Angst reagieren? Wie soll er sich bei Dilemmata verhalten, etwa wenn mehrere Personen gepflegt werden sollen? Wie soll er reagieren, wenn der Patient will, dass er ihn tötet? Am Ende fasste er zusammen: „Zum Teil stellen sich zu Operations-, Therapie- und Pflegerobotern aus den Bereichsethiken heraus ähnliche Fragen, etwa nach der Verantwortung, zum Teil auch unterschiedliche Fragen. Weitere Fragen kann man aus der Maschinenethik heraus aufwerfen. Sie beziehen sich darauf, welche moralischen Fähigkeiten man den Maschinen mitgeben soll.“ Weitere Informationen finden sich hier.

Abb.: Werden Pfleger und Ärzte unterstützt oder verdrängt?

Robear und Co.

Operations- und Therapieroboter sind weit verbreitet. Pflegeroboter werden auf der ganzen Welt in Forschungseinrichtungen, Krankenhäusern und Pflegeheimen erprobt. Vor einem regulären Einsatz sind diverse ethische Fragen aufzuwerfen und zu beantworten. Genau dies macht ein neuer Beitrag von Oliver Bendel, der Mitte September in der Zeitschrift IT for Health erschienen ist. Das Resümee lautet: „Der Einsatz von Pflegerobotern bietet aus ethischer (sowie aus ökonomischer und medizinischer) Perspektive sowohl Chancen als auch Risiken. Assistierende Technologien beweisen bereits ihre Alltagstauglichkeit. Robear und Co., die Hand an Patienten anlegen, benötigen bis zu einer hohen technischen Reife noch ein paar Jahre. Genügend Zeit, so scheint es, um sich über das Grundsätzliche klar zu werden. Letztlich sollte, wo immer möglich, der Wille des oder der Pflegebedürftigen geachtet werden, ob er in einer Verfügung oder während der Behandlung zum Ausdruck kommt.“ Der Artikel mit dem Titel „Soll uns Robear pflegen?“ kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Bären sind auch in der Pflege beliebt

Ladenburger Diskurs zu Pflegerobotern

Der Ladenburger Diskurs des Jahres 2017 findet am 12. und 13. September statt. Mehr als 15 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler treffen in der Villa der gemeinnützigen Daimler und Benz Stiftung in Ladenburg zusammen, tragen vor und diskutieren zu Pflegerobotern und Assistenzsystemen in der Pflege. Vor Ort ist auch ein humanoider Roboter, dessen Funktionen vorgestellt und untersucht werden. Die Stiftung engagiert sich immer wieder in Bezug auf Robotik und Künstliche Intelligenz (KI) und mit Blick auf moralische und soziale Themen, wie 2015 mit einer Tagung zur Roboterethik. Der Workshop ermöglicht technische, wirtschaftliche, medizinische und ethische Reflexionen über Pflegeroboter. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen im Rahmen der Ladenburger Diskurse kontrovers und konstruktiv diskutieren und zu neuen Erkenntnissen gelangen. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Oliver Bendel. Er lud im Namen der Stiftung Robotiker, Informatiker, Mediziner und Moralphilosophen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und UK ein. Die Ergebnisse des Workshops werden in einem Herausgeberband zusammengefasst, der 2018 bei Springer veröffentlicht wird.

Abb.: Der Mensch ist und bleibt wichtig in der Pflege