Schlagworte: Serviceroboter

VDI-Konferenz zu humanoiden Robotern

Die 2. VDI-Konferenz „Humanoide Roboter“ am 5. und 6. Dezember 2017 beschäftigte sich wieder – wie die 1. VDI-Konferenz mit diesem Titel – mit „dem Menschen nachempfundenen Robotern“ (Website VDI). Am 6. Dezember 2017 sprach Prof. Dr. Oliver Bendel (Hochschule für Wirtschaft FHNW) über „SSML für humanoide Serviceroboter“. Es ging darum, wie man künstliche Stimmen so manipuliert, dass sie z.B. zu Informations- und Navigationsrobotern passen. Am Rande stellte er auch Fragen aus der Ethik heraus, etwa mit Blick auf die Stimmen von Pflegerobotern. Der Postprint kann hier heruntergeladen werden. Es folgte Dr.-Ing. Hendrik Wöhrle vom DFKI mit einem Vortrag über „Eingebettete Biosignalverarbeitung und integrierte Regelung eines Ganzkörper-Exoskelettes für die Neuro-Rehabilitation“. Der Moderator, Prof. Dr. Frank Kirchner vom DFKI, ging zusammen mit dem jungen Wissenschaftler auf Fragen aus dem Publikum ein. Prof. Dr. Elisabeth André (Universität Augsburg) referierte dann zur „Personalisierung der Mensch-Roboter-Interaktion durch sozialsensitives Lernen“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz hatten sich an beiden Tagen interessiert an ethischen Fragestellungen gezeigt. Dem soll bei der nächsten Durchführung verstärkt Rechnung getragen werden.

Abb.: Ein humanoider Roboter?

 

Unternehmungslustige Serviceroboter

„Serviceroboter sind für Dienstleistungen und Hilfestellungen aller Art zuständig, sie bringen und holen Gegenstände, überwachen die Umgebung ihrer Besitzer oder das Befinden von Patienten und halten ihr Umfeld im gewünschten Zustand. Wenn sie mit Sensoren ausgestattet sind, wenn sie über Intelligenz und Erinnerungsvermögen verfügen, werden sie nach und nach zu allwissenden Begleitern. Sie wissen, was ihr Eigentümer oder Gegenüber tut und sagt oder was die Passanten in der Umgebung umtreibt und melden es womöglich an ihre Betreiber oder an Geräte und Computer aller Art. So wie Industrieroboter immer mehr ihre geschützten Bereiche verlassen, so wie sie immer mobiler und universeller geraten, und so wie sie immer mehr an den Menschen heranrücken, so werden Serviceroboter immer eigenständiger und ‚unternehmungslustiger‘.“ So beginnt ein neuer Beitrag von Oliver Bendel im Wirtschaftslexikon von Springer Gabler, erschienen am 31. August 2017. Im Folgenden werden die Serviceroboter klassifiziert und Ziele, Zwecke und Merkmale skizziert. Am Ende nimmt der Autor die Perspektive der Ethik ein. Der Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/serviceroboter.html abgerufen werden.

Abb.: Ein unternehmungslustiger Serviceroboter

Über Sicherheits- und Überwachungsroboter

Sicherheits- und Überwachungsroboter verbreiten sich auf den Firmengeländen und in den Shopping Malls, als rollende und fliegende Maschinen. Sie sollen für die Sicherheit der Unternehmen und Kunden sorgen. Dabei entsteht allerdings auch Unsicherheit. Der Beitrag von Oliver Bendel, der in der Zeitschrift SicherheitsForum 6/2016 erschienen ist, widmet sich der komplexen Thematik aus der Perspektive der Robotik und der Ethik. Dabei bezieht er weitere Serviceroboter wie Paketroboter ein. SicherheitsForum ist nach eigenen Angaben „seit über 20 Jahren die führende Schweizer Fachzeitschrift für Sicherheit, welche speziell auf die Bedürfnisse der Sicherheitsverantwortlichen aus der Privatwirtschaft wie auch aus dem öffentlichen Sektor zugeschnitten ist“ (Website SicherheitsForum). „Die Leser aus der Schweiz und dem grenznahen Ausland erhalten wichtige Informationen zu organisatorischen und technischen Sicherheitsthemen: Sicherheitsmanagement, Riskmanagement, Videoüberwachung, Brandschutz, Einbruchschutz, Diebstahlschutz, Zutrittskontrolle, Biometrie, Business Continuity, Notfall­ und Krisenmanagement, Informationssicherheit und viele weitere.“ (Website SicherheitsForum) Das PDF kann mit freundlicher Genehmigung des Verlags hier heruntergeladen werden.

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Abb.: Ein Sicherheitsroboter in Aktion

Programmierte Moral

Nur ein halbes Jahr nach „Die Moral in der Maschine“ von Oliver Bendel und rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse 2016 ist das Buch „Programmierte Ethik“ erschienen, ebenfalls bei Heise Medien, herausgegeben von Florian Rötzer, dem Chefredakteur von Telepolis. Das Buch versammelt Originalbeiträge von Oliver Bendel und Catrin Misselhorn ebenso wie ein bereits bekanntes Interview mit dem in Zürich lebenden Maschinenethiker. Weitere Beiträge stammen von Raúl Rojas, Hans-Arthur Marsiske, Patrick Spät, Stefan Höltgen und Florian Rötzer selbst, der seit Jahrzehnten die neuesten technischen Entwicklungen beobachtet und beschreibt. Aus dem Klappentext: „Maschinen und Roboter, die immer selbständiger handeln und entscheiden sollen, ziehen als Saug- und Mähroboter, als Pflege-, Spiel-, Service- oder auch Sexroboter, als unverkörperte Agenten, als Überwachungs- oder auch als Kampfroboter in die Lebenswelt ein. Wir müssen uns an den Umgang mit den neuen Mitbewohnern unserer Lebenswelt gewöhnen und diesen müssen höchst unterschiedliche Regeln im Umgang mit den Menschen und der Umwelt einprogrammiert oder anerzogen werden.“ Es geht um das Programmieren von Moral und auch – man denke an die Diskussion, welche Modelle normativer Ethik für Maschinen taugen – um das Programmieren von Ethik. Das E-Book kann über die üblichen Shops bezogen werden und kostet 5,99 Euro.

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Abb.: Computer und Roboter entscheiden und urteilen immer häufiger autonom

Telepolis-Buch „Die Moral in der Maschine“

Die Maschinenethik hat die Moral von Maschinen zum Gegenstand. Die meisten ihrer Vertreter und Anhänger sitzen in den USA, doch auch in Europa wächst das Interesse am Thema. Philosophen, Robotiker oder Experten für Künstliche Intelligenz stellen sich Fragen dieser Art: Können Maschinen gut oder böse sein? Kann man von einer Moral der Maschinen sprechen? Verwendet man Regeln oder Fälle? Hat die Maschinenethik eine Existenzberechtigung? Ist sie Konkurrenz oder Pendant zur Menschenethik? Letzten Endes geht es darum, ob bzw. wie man (teil-)autonomen Systemen so etwas wie Moral beibringen kann. Untersucht und erweitert werden unter anderem Chatbots, Serviceroboter, autonome Drohnen, ob zivil oder militärisch genutzt, und selbstständig fahrende Autos. Im Telepolis-Buch „Die Moral in der Maschine“ (Heise Medien), erschienen im Februar 2016, finden sich (populär-)wissenschaftliche und journalistische Beiträge von Oliver Bendel aus den Jahren 2012 bis 2016 zur Roboterethik und zur Maschinenethik. Sie sind in ganz unterschiedlichen schweizerischen und deutschen Zeitungen und Zeitschriften sowie auf einschlägigen Plattformen erschienen und widmen sich technischen Implementierungen, vor allem aber philosophischen Implikationen.

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Abb.: Der Roboter aus „Metropolis“ vor seiner Verwandlung

Gute Roboter

„Serviceroboter sind in etlichen Ausführungen erhältlich. Haushalts- und Gartenroboter erobern die Wohnviertel, Pflege- und Therapieroboter die Krankenhäuser und Altenheime. Sie unterstützen und sie überwachen uns. Und sie ersetzen uns allmählich.“ Mit diesen Worten beginnnt der Artikel „Die Roboter sind unter uns“ von Oliver Bendel in der Netzwoche vom 3. Dezember 2014. In der letzten Ausgabe des Jahres dreht es sich um die Trends des Jahres 2015. Als Wirtschaftsinformatiker und Ethiker sieht Oliver Bendel durchaus positive Aspekte von Jaco, Qrio und Pepper – und natürlich von LADYBIRD, einem Saugroboter, der keine Krabbeltiere tötet. Als Informationsethiker weist er aber eben auch darauf hin, dass die „künstlichen Kreaturen“ uns überwachen: „Wenn sie mit Sensoren ausgestattet sind, wenn sie über Intelligenz und Erinnerungsvermögen verfügen, werden sie nach und nach zu allwissenden Begleitern.“ Entsprechend ist die Informationsethik zur Reflexion der Probleme gefragt. Und die Maschinenethik, um die Serviceroboter in moralische Maschinen zu verwandeln. Der Artikel ist über die Website des Autors kostenlos zu beziehen.

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Abb.: LADYBIRD wird immer bekannter

GDI-Diskussionspapier

Am 27. Oktober 2014 ist ein neues Diskussionspapier des Gottlieb Duttweiler Institute (GDI) herausgekommen. Entwickelt werden „Szenarien zur digitalen Vernetzung“, bezogen auf das Jahr 2030 (Website www.gdi.ch). „Die Vernetzung hat unser Leben verändert. Doch das ist erst der Anfang. Die Digitalisierung erfasst bald die ganze Wirtschaft und Gesellschaft. Menschen und Maschinen verschmelzen zur Digisphäre.“ (ebd.). Karin Frick und Bettina Höchli beantworten laut Website Fragen wie „Wie schützen wir uns vor Cyberwar und -crime“, „Wie stellen wir schnelle und flächendeckende Netze sicher?“, „Wie gewährleisten wir Privatsphäre und Datenschutz?“ und „Wie weit sollen Maschinen für uns entscheiden?“. Auf Seite 18 der Studie heißt es: „Die Felder werden von selbststeuernden Maschinen bewirtschaftet, die Ernte von Robotern verarbeitet. Am Ende dieser Entwicklung steht die vollautomatisierte Lebensmittelproduktion.“ Die Autorinnen gehen nicht auf Maschinenethik bzw. Roboterethik oder auf Informationsethik ein. Sie sprechen aber zahlreiche Themen dieser Disziplinen an. Das Diskussionspapier steht seit 31. Oktober 2014 in einer aktualisierten und ergänzten Version zur Verfügung. Gegen die Abgabe persönlicher Daten kann es kostenlos heruntergeladen werden.