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AAAI-Workshop zur Maschinenethik III

Am 22. März 2016 wurde der Workshop „Ethical and Moral Considerations in Non-Human Agents“ an der Stanford University innerhalb der AAAI Spring Symposium Series fortgeführt. Die Keynote „Programming Machine Ethics“ wurde von Luís Moniz Pereira von der Universidade Nova de Lisboa gehalten. Er stellte sein Buch mit dem gleichen Titel und, damit einhergehend, ein Modell für einen moralischen Agenten vor. Bipin Indurkhya schlug in seinem Vortrag „Incorporating human dimension in autonomous decision-making on moral and ethical issues“ (das Paper entstand zusammen mit Joanna Misztal-Radecka) ein Expertensystem vor, das moralische Argumente aus unterschiedlichen Perspektiven liefert. Nach dem Coffee Break war Tony Veale über Skype zugeschaltet, mit „A Rap on the Knuckles and a Twist in the Tale: From Tweeting Affective Metaphors to Generating Stories with a Moral“. Er ließ sich von Tweets mit moralischen Aussagen inspirieren, die von Twitter-Bots stammen, und entwickelte eine Methode zum automatisierten Erzählen von moralischen Geschichten. In „Attachment Theor(ies) & Empathy: The Ethics of the Human in Sex and Love with Robots“ äußerte Kathleen Richardson, ebenfalls per Videokonferenz, ihre moralischen Bedenken gegenüber Sexrobotern, ohne eine wissenschaftliche, ethische Perspektive einzunehmen, wie die Diskutanten bemerkten. Andree Thieltges und Simon Hegelich (das Paper entstand in Zusammenarbeit mit Florian Schmidt) referierten vor Ort über „The Devil’s Triangle: Ethical considerations on developing bot detection methods“. Sie widmeten sich den Gefahren, die von Social Bots ausgehen mögen, und gingen der Frage nach, wie diese identifiziert werden können. Danach ging man in die Mittagspause.

Sexroboter im Wirtschaftslexikon

Vor kurzem haben Ethiker zum Boykott von Sexrobotern aufgerufen. Dabei haben sie angenommen, dass diese Frauen und Kinder diskriminieren und die Entwicklung der Sexualität beeinträchtigen können. Anhaltspunkte dafür gibt es allerdings nicht, und überhaupt scheinen die Probleme in diesem Bereich marginal zu sein. Ein neuer Beitrag im Wirtschaftslexikon von Gabler von Oliver Bendel behandelt die Spielzeuge der etwas anderen Art in nüchterner Form und geht dem Phänomen des Robotersex auf den Grund. Er hebt an mit den Worten: „Sexroboter sind Roboter, mit denen Menschen bestimmte Formen von Sex haben können. In der Regel sind Hardwareroboter gemeint, physisch vorhandene Maschinen. Bei einem weiten Begriff können auch Softwareroboter hinzugezählt werden. Es gibt eine Palette von Produkten für den Hausgebrauch. Manche von ihnen werden für den Gesundheitsbereich in Betracht gezogen.“ Am Ende werden Fragen aus Maschinenethik sowie Technik- und Informationsethik heraus gestellt. Sicherlich könnte man auch die Medizinethik mit einbeziehen. Der Beitrag ist am 16. November 2015 erschienen und kann über wirtschaftslexikon.gabler.de aufgerufen werden.

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Abb.: Bei Sexrobotern ist die Gestaltung entscheidend

Konferenz zu Robotersex abgesagt

Im November 2014 fand die Konferenz „Love and Sex with Robots“ auf Madeira statt. Auf der Website loverobots.mixedrealitylab.org stand zur Veranstaltung geschrieben: „Within the fields of Human-Computer Interaction and Human-Robot Interaction, the past few years have witnessed a strong upsurge of interest in the more personal aspects of human relationships with these artificial partners. This upsurge has not only been apparent amongst the general public, as evidenced by an increase in coverage in the print media, TV documentaries and feature films, but also within the academic community.“ Themen waren u.a. „Robot Emotions“, „Humanoid Robots“ und „Roboethics“. Eine weitere Konferenz zu Robotersex und Sexrobotern, die für November 2015 in Malaysia geplant war, musste auf Verlangen der Behörden abgesagt werden. Auf loveandsexwithrobots.org ist zu lesen: „Due to circumstances beyond our control, the Second International Congress on Love and Sex with Robots will be postponed until 2016. The conference will definitely not be held anywhere in Malaysia. We deeply apologize to any person or any authority which have felt offense in any way.“ Weitere Informationen über www.bento.de.

 

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Abb.: Mensch oder Roboter?

Poppen mit Pepper

Wie diverse Medien melden, warnt ein Roboterhersteller vor dem Sex mit seinem Produkt. In der Gebrauchsanweisung heiße es, Benutzer dürften keine sexuellen Handlungen an Pepper vornehmen. „Andernfalls drohten Strafen – welche genau, wird allerdings nicht erwähnt, ebensowenig wie geklärt wird, wie der Hersteller etwaige sexuelle Handlungen mit dem Humanoiden aufdecken will.“ (Neues Deutschland, 28. September 2015) In einem neuen Lexikon zu Informations- und Maschinenethik („300 Keywords Informationsethik“, Springer-Verlag, ab November 2015 erhältlich) wird zum Thema gesagt: „Robotersex, Sex mit und zwischen Robotern, ist ein Sujet von Science-Fiction-Büchern und -Filmen und – dort teilweise mit Hilfe von Avataren visualisiert – von Computerspielen. Auf dem Markt sind Sexroboter als handliches Spielzeug und (wie im Falle von Roxxxy) in Lebensgröße erhältlich.“ Mit Pepper hat Roxxxy nun ausgewachsene Konkurrenz bekommen, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Volksmund den Namen anders ausspricht. Aus Sicht der Maschinenethik ist noch etwas interessant: „Ein Sprecher des Pepper-Vertreibers SoftBank erklärte, beispielsweise seien Manipulationen der Roboter-Software verboten, mit denen dem Gerät eine sexy Stimme verliehen werden könnte.“ Vorschläge zur Einordnung und Gestaltung von Sexrobotern unterbreitet der Buchbeitrag „Surgical, Therapeutic, Nursing and Sex Robots in Machine and Information Ethics“ von Oliver Bendel im Buch „Machine Medical Ethics“ – außerdem der Artikel „Reflections on the Development and the Design of Medical and Care Robots“ (über gbs-schweiz.org/blog/development-design-medical-care-robots/) vom selben Autor.

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Abb.: Kein Pfeffer, aber scharf

Die Sexroboter kommen (oder auch nicht)

„Ethiker haben“, so meldet es wired.de, „eine Kampagne gegen Sexroboter gestartet“ (wired.de, 16. September 2015). Das Ziel sei, die Entwicklung der Androiden zu verbieten. „Die Gründer der Kampagne befürchten, dass der Umgang mit Sexrobotern menschlichen Beziehungen schadet und eine Sichtweise stärkt, die Frauen und Kinder zu Sexobjekten herabwürdigt.“ (wired.de, 16. September 2015) Diese Aussagen werden einige Experten aus verschiedenen Gründen irritieren. Zunächst einmal gibt es nur wenige Sexroboter. Die menschenartige Roxxxy ist bekannt, neben der einen oder anderen handlichen Variante. Die Akzeptanz ist derzeit gering, und das dürfte sich so schnell auch nicht ändern. Es gibt also, so könnte man einwenden, kein eigentliches Problem. Weiter wird unterstellt, dass die Entwicklung der Roboter in nur einer Richtung stattfindet, dass vor allem das weibliche Geschlecht und die kindliche Unschuld angegriffen werden. Das muss aber nicht sein und ist vom Markt, von der Moral und von anderen Faktoren abhängig. Nicht zuletzt kann man die Roboter auch als moralische Maschinen gestalten, was die Maschinenethik untersucht. Vorschläge dazu unterbreitet der Buchbeitrag „Surgical, Therapeutic, Nursing and Sex Robots in Machine and Information Ethics“ von Oliver Bendel im Herausgeberband „Machine Medical Ethics“ – außerdem sein Artikel „Reflections on the Development and the Design of Medical and Care Robots“ (über gbs-schweiz.org/blog/development-design-medical-care-robots/). Kathleen Richardson und Erik Billing vergleichen ihr Vorgehen mit den Kampagnen, „die sich gegen die Produktion von Killerrobotern wenden“ (wired.de, 16. September 2015). Damit man diese Roboterarten in einen Topf werfen kann, muss man wohl die Rede von den Waffen einer Frau oder eines Manns, seien diese fleischlich oder künstlich, wörtlich nehmen.

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Abb.: Sex mit und zwischen Robotern ist nicht weit verbreitet

Dr. Robot entdeckt die Moral

Operations-, Pflege-, Therapie- und Sexroboter verbreiten sich rasant. Sie operieren, behandeln, betreuen, kuscheln und plaudern. Maschinen- und Roboterethik fragen danach, wie man diese Roboter in moralischer Hinsicht verbessern kann. Und verschiedene Bereichsethiken danach, ob es moralisch vertretbar ist, dass wir solche Maschinen einsetzen. Der Artikel “Dr. Robot entdeckt die Moral“ von Oliver Bendel ist im Herbst 2013 in der Schweizer Zeitschrift IT for Health erschienen und steht auf maschinenethik.net mit freundlicher Genehmigung des Verlags kostenlos zum Download bereit (Quelle: © Netzmedien AG, 2013; eine weitere Zeitschrift aus dem Haus ist die Netzwoche, www.netzwoche.ch).

Maschinenmedizinethik

Abb.: Infobox aus dem Artikel