Schlagworte: Sozialer Roboter

Was macht Roboter sozial?

Der Careum Dialog 2020 in Zürich konzentriert sich, so die Website, „auf die Fragen der sozialen und emotionalen Interaktionen zwischen Mensch und Maschine im Gesundheits- und Pflegewesen“. „Die Veranstaltung will aufzeigen, wie intelligente Technologien nicht nur die Arbeit von Pflegefachkräften verändern, sondern auch den Bedürfnissen von pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen gerecht werden. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen Pflegeszenarien für 2025 erarbeitet werden, die auch wichtige ethische Aspekte in den Blick nehmen.“ (Website Careum) Den ersten Fachvortrag am 13. Februar hält Prof. Dr. Oliver Bendel zum Thema „Was macht Roboter sozial?“. Der Informations- und Maschinenethiker geht auf die Nähe von Mensch und Maschine, soziale Interaktions- und Kommunikationsformen von Robotern und die Darstellung sowie die Erzeugung bzw. Verstärkung von Emotionen ein. Dabei wirft er auch ethische Fragen auf. Kathrin Janowski stellt den State of the Art sozialer Roboter im Gesundheitswesen dar. Die ethische Perspektive nimmt wiederum Prof. Dr. Effy Vayena, Professorin für Bioethik, ein. Prof. Dr. Jan Ehlers widmet sich „Pflegeszenarien 2025“, Prof. Dr. Marc Oliver Korn behandelt Emotionen aus technischer Sicht und fragt, „wie Maschinen lernen, menschliche Emotionen zu deuten“ (Programm Careum). Am 14. Februar gibt es weitere Vorträge. Informationen zur Veranstaltung mit dem Titel „Talk to me: Soziale Roboter im Gesundheitswesen“ sind über www.careum.ch/dialog20 erhältlich.

Abb.: Was macht Roboter sozial?

Der Begriff der sozialen Robotik

Die soziale Robotik beschäftigt sich mit (teil-)autonomen Maschinen, die in Befolgung sozialer Regeln mit Menschen interagieren und kommunizieren und zuweilen humanoid bzw. anthropomorph realisiert und mobil sind. Manche Experten lassen in diesem Zusammenhang nur physisch vorhandene Roboter gelten, andere auch virtuell umgesetzte, sogenannte Bots. Soziale Roboter täuschen oft Gefühle vor, und man spricht auch von „emotionaler und sozialer Robotik“. Wenn die Maschinen zu moralisch adäquaten Entscheidungen fähig sein sollen, ist die Maschinenethik gefragt. Der Beitrag von Oliver Bendel zum Thema ist am 2. September 2014 im Wirtschaftslexikon von Gabler erschienen.

EI-ROBOT

Der soziale Roboter ist eine relativ alte Idee. Einer der Pioniere in diesem Bereich ist William Grey Walter. In den letzten Jahren haben die Forschungen neuen Auftrieb erhalten. Man will und kann Roboter nicht mehr in hermetisch abgeschirmten Bereichen halten. Sie mischen sich unter die Menschen (und die Tiere) – und müssen sowohl sozial als auch (ein Thema der Maschinenethik und der Roboterethik im engeren Sinne) moralisch werden. Der EI-ROBOT ist eine Studie, die veranschaulichen soll, dass man Roboter rund und nachgiebig gestalten kann. Die Gliedmaßen und Werkzeuge verstecken sich im eiförmigen Körper und können bei Bedarf ausgefahren werden. Das Fortbewegungssystem ist nur angedeutet. Der EI-ROBOT könnte fahren, gehen oder fliegen. Im Körper werden Dinge aller Art transportiert, geschützt sowohl durch spezielle Gefäße als auch durch die Ummantelung selbst. Eine Besonderheit ist, dass der Körper sich anpassen und aus dem Ei eine Kugel werden kann. Die Form erinnert übrigens auch an das Ethik-Ei, das auf die engen Beziehungen zwischen den Bereichsethiken aufmerksam macht. Was die moralische Seite des Roboters angeht, müssen sich nicht zuletzt Informationsethik, Technikethik und Rechtsethik verständigen.

EI_ROBOT

Abb.: Studie EI-ROBOT