Schlagwörter: Unmoralische Maschinen

Das Gute und das Böse

Matthias Oppliger von der TagesWoche besuchte Oliver Bendel am 4. Mai 2017 auf dem Campus Brugg-Windisch und befragte ihn zu seinem Lügenbot und zu anderen Themen: „Sie sind Maschinenethiker und beschäftigen sich mit den moralischen Aspekten von Technologie. Warum bauen Sie eine unmoralische Maschine, die Lügen erzählt?“ Oliver Bendel antwortete: “Als Ethiker interessiere ich mich für das Gute und das Böse, als Maschinenethiker für moralische und unmoralische Maschinen. Ich will keine bösen Maschinen in die Welt entlassen, aber ich will sie erschaffen und erforschen. Wenn wir wissen, wie ein Lügenbot funktioniert, können wir eine solche Maschine auch entlarven und Strategien entwickeln, um gegen sie vorzugehen.“ Der Moralphilosoph untersucht, so hat es Oliver Bendel immer wieder dargestellt, das Gute und das Böse, in deskriptiver oder normativer Weise. Er nimmt das Moralische also zur Kenntnis, beschreibt es und ordnet es ein. Und er entwirft einen Rahmen, etwa deontologischer oder teleologischer Art, und vergleicht den einen mit dem anderen, womit er in der Metaethik angelangt ist. Das Moralisieren überlässt er dem Moraltheologen, der anders als er weder voraussetzungslos noch ergebnisoffen ist. Das ganze Interview ist am 5. Mai 2017 erschienen und kann über www.tageswoche.ch nachgelesen werden.

Abb.: Eine böse Fee

Roboter haben kurze Beine oder keine

Roboter haben kurze Beine. Zumindest manche von ihnen, etwa der LÜGENBOT. Genaugenommen hat dieser nicht einmal Beine, sondern nur ein Rad. Wolfgang Schmitz von VDI nachrichten war im September 2016 im Gespräch mit Oliver Bendel, Wirtschaftsinformatiker und Maschinenethiker. Eine Frage von ihm lautete, worin der Nutzen des LÜGENBOT bestehe. Die Antwort lautete: „Es gibt bereits Münchhausen-Maschinen. Wir wollen mit dem Lügenbot, der als Chatbot realisiert ist, zunächst auf ihre Existenz und ihre Strategien hinweisen. Kennt man diese, kann man ihnen effektiv begegnen. Entwickler können Wissensbasen schützen und externe Quellen kontrollieren. Mit moralisch verlässlichen Maschinen können Anbieter Vertrauen aufbauen. Die Benutzer werden wachsamer, indem sie etwa nach dem Anbieter fragen. Nicht zuletzt kann die Maschinenethik die Erkenntnisse für ihre Forschungen nutzen.“ Das Gespräch drehte sich weiter um Münchhausen-Maschinen, menschliche und maschinelle Lügenbolde und moralische und unmoralische Maschinen. Das LÜGENBOT-Projekt wurde seit 2013 von Oliver Bendel mit mehreren Artikeln vorbereitet. 2016 konnte der Chatbot dann realisiert werden. In dieser Form konzipiert und programmiert hat ihn Kevin Schwegler. Das ganze Interview mit dem Titel „Lügentechnik zerstört Vertrauen“ ist am 16. September 2016 in der gedruckten Ausgabe der VDI nachrichten erschienen und seit 15. September online über www.vdi-nachrichten.com/Schwerpunkt-Meinung/Luegentechnik-zerstoert-Vertrauen abrufbar.

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Abb.: Der LÜGENBOT wird rot