Die universelle Maschine erscheint am Horizont

Beim Developer Day 2023 der SBB hält Prof. Dr. Oliver Bendel eine Keynote mit dem Titel „Die universelle Maschine: Fortschritte in Robotik, Künstlicher Intelligenz, Maschinenethik und Maschinellem Bewusstsein“. In Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI) gibt es gegenwärtig enorme Fortschritte. Auch die Maschinenethik und das Maschinelle Bewusstsein – die man der KI zurechnen, aber auch als eigenständige Disziplinen betrachten kann – entwickeln sich mit hohem Tempo weiter. Die Keynote von Prof. Dr. Oliver Bendel stellt die Fortschritte in den Vordergrund und behandelt jeweils hervorstechende und eindrückliche Beispiele. Bei der Robotik werden etwa Bewegungsarten und Gestaltungsformen ins Auge gefasst. Bei Künstlicher Intelligenz, Maschinenethik und Maschinellem Bewusstsein geht der Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph aus Zürich auf Sprachmodelle und ihre unterschiedlichen Implikationen ein. Am Ende wird alles zu einer universellen Maschine zusammengefügt, die es noch nicht gibt, die aber bereits am Horizont erscheint. Der Developer Day findet im Centre Loewenberg in Murten bei Bern statt. Weitere Informationen über devday23.event.sbb.ch/.

Abb.: Die universelle Maschine (Bild: DALL-E 3)

Ich bin nur eine Maschine

Die Anrufe von Google Duplex haben in den Medien ein enormes Echo ausgelöst. Immer wieder wird nun die Forderung erhoben, dass die Maschine beim Chat oder Gespräch sagt, dass sie nur eine Maschine ist. Google hat bereits beteuert, dass Google Assistant genau dies tun wird. Oliver Bendel entwickelte 2013 mit seinen Studierenden den GOODBOT, einen moralisch adäquat agierenden und reagierenden Chatbot. Vorbereitend hatte er sieben Metaregeln in der schweizerischen Unternehmerzeitung veröffentlicht. Die erste lautete, dass der Chatbot dem Benutzer klarmachen soll, dass er eine Maschine ist, eine andere, dass er nicht lügen soll. Das PDF kann hier heruntergeladen werden. Die Metaregeln wurden auf den GOODBOT dann tatsächlich angewandt. Der Prototyp war Thema auf mehreren Konferenzen und in mehreren Artikeln. Im Sommer 2018 wird ihm ein ausführlicher Beitrag gewidmet, im „Handbuch Maschinenethik“, das von Oliver Bendel für Springer herausgegeben wird und in gedruckter Form Ende des Jahres erscheint. Vor kurzem hat er auch die Idee des Moralmenüs auf Google Assistant übertragen und einen Regelkatalog für Chatbots und Sprachassistenten veröffentlicht.

Abb.: Ich bin nur eine Maschine

Haikus über Roboter und Maschinen

Haikus über Avatare, Roboter und Maschinen, über künstliche Kreaturen und Maschinenmenschen – bei Oliver Bendel haben sie Tradition. Die meisten dieser Gedichte sind im Band „handyhaiku“ abgedruckt, in dem die Werke auch über QR-Codes zur Verfügung stehen. Der Band wurde 2009 konzipiert und erschien 2010 in der ersten und 2011 in der zweiten Auflage. Ein Maschinenmädchen und ein Handyavatar tauchen dort auf, aber auch die goldenenen Dienerinnen des Hephaistos. Im weniger bekannten Band „stöckelnde dinger“ finden sich ebenfalls Reminiszenzen an die erste Blütezeit der künstlichen Wesen. Der Band ist 2010 bei Blackbetty erschienen und seit 2011 als digitaler Nachdruck verfügbar. In „Sanftes Erröten“ (2011) widmet sich der Autor anderen Artefakten, nämlich den Kunstwerken großer Maler, von Cranach über Vermeer und Goya bis hin zu Schiele und Kirchner. Weitere Infos über www.handyhaiku.net (Link nicht mehr aktiv).

Abb.: Eines der Gedichte im Band „handyhaiku“